Ausübung der Apothekerkunst. Fünftes Buch. 643
Gestalt hinterher, nehmen lassen; und darein kann man Gei«sier, Tinkturen, u. s. w. zur nämlichen Absicht, sowie «nchm ihr gewöhnliches Gezänk tröpfeln lassen. Die Gaben zurNaclnzm, oder auch andere, woftrnc sie uochig sind,- könnenwir einem Opiatmittcl verseyet w.rdcn.- und in den Zwischen-zeiten, wenn es die Heftigkeit der Zufälle erft.ocrt, kaun derIulep mit darzu schi.llichcn Tropft», wie gewöhnlich, w.cdcr-holec werden. Zu gleicher Zeit f^,,„ „z^,, ^uch aiiserliche Mit»tel verordnen; und bei Blasenziehenden Mitteln, weil diele oftHarnstrang und Urinbrenuen verursachen, können Emulsio»nen, alles dessen, was zuvor gegeben worden ist, ungeachtet,statt des gewöhnlichen Getränks, genommen werden.
Was ferner noch in Ansehung der so gleich unmittelbar,zu verschreibenden Recepte hinzuzusetzen nöthig ist, kann ganzins Enge zusammengefaßt werden: Alles was davon gesagtwerden kann, benift eine gewisse Gleichförmigkeit und Ueber-einstimmung, es sey nun in Ansehung der Absicht, der Mi<schung, oder der Konsistenz eines Arzneimittels; welches hiereben so nöthig ist, als bei ausgearbeitetem Vorschriften.Das vornehmste also, worauf wir hierbei Achtung zu gebenhaben, bestehet darinne:
1. So vielerlei Arzneimittelgesialten zusammen auf ein-mal zu erdenken, als es nur die ^cothwendi ck.it eines Zufallserfordern mag, und zwar dergestalt, daß feins dem andernhinderlich und zuwider sey. In hitzigen Zufallen z. B- woHülfsmittel von allen Seiten her nothig sind, können Bissen,Pulver, oder Schlückchens, in gewissen Zeiträumen von einan-der verordnet werden, deren Zwischenzeiten des Elnnchmensmit Iuleps, Dekokten, Emulsionen, und dergleichen, «achBeschaffenheit der Umstände, ausgefüllt werden können. Inlangwierigen Zufällen aber, besonders wo die Patienten ver-bunden sind, ihre Geschäfte abzuwarten, müssen alle Mittel,so viel als möglich, bequem zn n.hmen, und doch dabei würk-sam seyn; ausserdem ist?s ein großes Glück, wenn die Wustder Arzneimittel oder ihr beschwerliches Einnehmen, den Pa-tienten nicht vor der Zeit ermüdet und abschreckt, ehe noch ei-nige Hülfe davon zu erwarten ist, so, daß es in gewissen Um-standen rathsamer zu seyn scheint, lieber wenig, als ganz u>ldgar nichts, zu thun. So sind auch die Umstände, ^n denensich Personen befinden, nicht weniger in Befrachtung zu zie-hen : daß nian nämlich, wo diese dürftig sind, nicht nur we-nige, sondern auch die wohlfeilsten uud würtsnmsten, Arznei-mittel ausfindig mache. Ucbcrhaupt ist eine überaus nöthigeVorsicht dabei diese: daß man niemals mache, daß das Arz-neimittel schlimmer zu seyn scheint, als tue Krankheit selbst,welches sich bei gewinn Umstanden wohl zutragen mag. Bet
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