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2 (1785)
Seite
642
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642 Ausübung der Apothckerkunst. Fünftes Buch.

Dieses ist überaus schicklich, und dienet zu einem sehrangenehmen Iulep, in allen Fallen, nx kühle: de und gclindzusammenziehende Mittel erfordert werden. So ist auch nichtsschicklicher auf Bissen oder Latwergen von der Rinde nack;u-trinken; wie es benn auch ein überaus gutes Gurgelwasjcrabglebt.

Anweisungen zum Verschreiben.

AVlchdem sich ein Arzt mit nöthigen Arzneimitteln versehen^/p Hai, so muß er besonders da,ür sorgen unv überlegen,wie er selbige mit bestmöglichem Vortheil und ^cutzeu anwen-den nlöge, sowohl zur Erleichterung oes »^a^enten, als auchzur Entsprechung seiner Absichten bei seiner >urart

In allen langwierigen Zufallen müssen solche Arzneimit-tel ausgesonneu werden, die an diätetischen Sahen so uaheals möglich angrenzen; und daher müssen die /wohnlichenGecränte und Nahrungsmittel, so viel als sich 5 nur mnnerthun laßt und der Zufall es verstattet, selbst als Arznei miteingerichtet werden. Die dabei nöthigen Arzneimlirelgcsial-ten müssen am bequemsten einzunehmen seyn, und zu solchenZeiten verordnet werden, wie sichs für den Zustand und dieBequemlichkeit des Patienten am besten schickt. Pillen also,Latwergen, Tinkturen oder Elixire, sind die bellebte<ien Arz«neigestaltcn; weil sie sich halten, und auf eine solche Art ein«zunehm.n verordnet werden können, daß sie sehr wenig Be-schwcrde verursachen; da hingegen Bissen oder Schlückchens,zumal wenn sie lange fortgebraucht werden sollen, em so furch«terllches Ansehen verursachen, daß sehr wenige Geduld genug,haben, eine solche Kur ganz auszuhallen.

In hitzigen Zufällen aber, die insgemein gefährlich sind,wird dergleichen Aufmerksamkeit nicht erfordere; sondern allemögliche Hülfsmittel, die man nur haben kam, müssen her-beigeschaffet werden, so wie es der Zufall nothwendig erfor-dert. Und d^ man in solchen Fallen mit wurksamen Arznei-mitteln zu thun hat; so werden sie am sichersten in Bissen oderCchlückchens vertheilt, damit sich der Patient nickt aufs Er,rathen und Vermuthen verlassen dürfe, sondern die Gabe aufsallergenauesie abgemessen sey, besonders wenn Opiaiimttel ge-braucht werden. Hier hat man wenig oder gar keine Rück-sicht auf diätetische Mittel zu nehmen; sondern alle Sorgfaltmuß dahin gerichtet seyn, daß die Hülfsmittel zu einem ge-meinschaftlichen Endzweck zusammenwürkcn, so, daß kemsdem andern zuwider ist. So kann man z. B. einen Bissenoder ein Pulver, aller drei, vier oder sechs Stunden, mit ei»nem Schlückchen, Iulep, oder irgend, einer andern ftußigen