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2 (1785)
Seite
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644 Ausübung der Apothekerkunst. Fünftes Buch.

aller der nöthigen guten Wirthschaft aber, wird auch zuweilen

etwas ausgeübet, welchem aus vielen Gründen tadelnswürdig

ist; und d^o besieh« darinne: daß man in Schlückchens, oder

ps, Pulvers, besonders Gascoign's Pulver, mit hinein«

n lasset,' denn dergleichen Behandlung macht Nicht nur

llinr überaus unscheinbar und widrig, sondern der Apo»

i um auch unmöglich, außer zu seinem Schaden, damit

z^l acoen seyn.

2 Ist auch darauf mit Rücksicht zu nehmen: daß mane^c/c, <o viel nur immer möglich ist, bekannte Arzneimittelzu verstecken suche, sowohl dadurch, daß man sie in den unge»wöhuNchscen und unbekanntesten Ausdrücken verschreibe, alsauch, daß man sie in solche Gestalten bringe, die von denen«jenigen so sehr als möglich verschieden sind, unter welchen siee:n Patient zu entdecken gewohnt gewesen ist Ohne dieseSorgfalt werden vielmals die besten Vorschriften aus Vorur«the.l vernacnlaßiget und nichts geachtet; und zuweilen fügtslchs wodl gar, daß dasjenige ganz und gar verworfen wicd,worauf eben das meiste bei der ganzen Sache ankam. Außer-dem wird jedermann angemerkt haben: wie sehr die Ehre ei»ner Kurart darunter gelitten hat, wenn die Mittel, durchwelche sie bewerkstelliget worden, ausgebreitet und bekannt ge»macht worden sind. Wobei mit angemerket werden kann, daßhieraus gewisse Nachtheile für den Apotheker erwachsen, dessenAufmerksamkeit mehr, als den gewöhnlichen Handelsprofitvcioienec, welches ihm aber nicht jedweder Patient großmü»thig genug zugestehen wird, sobald ihm die verschriebenen Sa-chen bekannt sind.

3 Noch eins muß ich bei dieser Gelegenheit erinnern:daß nämlich alle so gleich verordnete Arzneimittel nicht nurmit aller möglichen Zierlichkeit und Annehmlichkeit, sondernauch in den kleinsten Gaben, als es sichs thun läßt, eedachtund angegeben seyn müssen. Ein Schluck für erwachsenePersonen muß niemals über vier, und selten über drei Unzenbetragen; und Bissen müssen schwerlich mehr, als zwei Quent»chcn, wiegen; und so verhältnlßmäßig mit dem übrigen.

Die allgemeinste und nöthigste Regel aber in allen Fallenist: daß man seine Absicht durch so wenig Arzneimittel alsmöglich zu erreichen suche. Und eine solche Ausübungskunsiwird sich allemal das beste Ansehen bei denenjenigen verschaf-fen, deren Beifall schätzbar ist; und wird die Würde der Wis-senschaft und Kunst aufs beste unterstützen, und den ruhigenBesitz eines guten Gewissens genießen.