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2 (1785)
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Ausübung der Apothekerkunst. Viertes Buch. z6i

um ein weniges verstärket wird: daher sie auch vorzüglich zu

dies« 'Arzncigesialc schicklich sind.

Manche Sachen aber schicken sich ganz und gar mcht zu

Pillen, und zwar wegen ihrcr natürlichen Bauart und Be-schaffenheit, aufgenommen in ganz geringer Menge: unddieses sind alle flüchtige Salze, und die meisten von den fieen.Erstere jähren und erheben sich in allzu unförmliche Mai'scu, und letztere machen die Masse so bröckelnd und zerreib,lich, daß es beinahe unmöglich wird, Pillen daraus zu ma-chen; wiewohl beide diese Unbequemlichkeiten gewissermaßenvermieden werden können, wenn man, mit welcher Art vondiesen Sahen es sey, andere sehr zähe Dinge vermischet, als:gewisse Extrakte und Gummis; woraus die jetzt in dem Apo-thekerbuchc vorgeschriebenen püu^e eculn^!«« gemachtwerden, die anfangs von erträglicher Konsistenz sind.

Noch ein sehr wesentliches Stück das bei dieser Arzneige-sialt, sie sey nun officinell, oder so gleich fertigzumachen,zu beobachten ist, bestehet darinne: daß die zur Konsistenzerforderliche Flüssig - oder Feuchtigkeit sich zu der Sache, zuwelcher sie genommen werden soll, am besten schicke. Solassen sich trockne leichte Pulver nicht gerne mit etwas durch«arbeiten, das dünner, als Syrup ist; und manche schwereSachen, als: Zinnober, und die meisten Mcrkm-ialicn, lastsen sich schwerlich mit einer Feuchtigkeit bearbeite!:, die voneiner schwächern Konsistenz als Honig oder Konserve, nst:hingegen wollen die gummigten Substanzen, besonders solche,die der öligten oder harzigteu Beschaffenheit am nächsten kom»men, als: Galbanum, Ponargumnü, Myrrhen, und der-gleichen, sich nicht so gut mit Syrnpcn oder Konserven be-handeln lassen, nicht nur wegen allzustarker Vermehrung ih-res Umfanges, sondern auch weil sie sich nicht so gut mit ih-nen einoerlcibcu, als mit geistigen und durchdringcnderuFlüs-sigkeitcn. Da also diese Arzncigesialt etwas klebriges und zä-hes an sich haben muß; so muß dieses, wenn es nicht inden trocknen Substanzen bcsmdlich ist, in einer schick-lichen Feuchtigkeit darzu aufgesuchet werden, um sie zusam-menhangend zu machen; und wenn es bereits hinlänglich insolchen Substanzen anzutreffen ist, als in den Gummis; sosind dünnere Safte die besten darzu, um ihnen eine Konsistenzzugeben, oder solche, die sich zur Einverleibung derselbe»besser schicken, als wäßrige Feuchtigkeiten, wie z. B- die ter-pentinartigcn Balsame. Denn gewisse fette Substanzen las-sen sich nicht mit einem Eyruo mischen, da sie doch zur näm-lichen Zeit Terpentin, oder sonst etwas von gleicher Beschaf-fenheit, in sich nehmen.