«68 Ausübung der Apothekerkunst. Viertes Buch!
mg bereitet ist, überaus große und starke Unordnungen an«richten kann.
In dernachsicnAbtheilung vonNoK <iu« 3»p3« er ?ucci,haben wir nichts, weder in officinelle» noch gelegentlich ge-gebenen Vorsihriften; ausgenommen die ^caci», welchesder zur Konsistenz eingekochte Schlchcnsaft ist, und der 5«c.cu« lll^'rik^e; davon letzterer von vielen dem Iuccu« (!!x-cv!rl!!2,sse !^lspan!«e vorgezogen worden ist; weil der fremdesehr oft unrein und schmuzig^si, da hingegen der von unserereigenen Mischung weit reiner nnd würksamer ist; und nochausserdem, wegen seiner weichern Konsistenz, sich weit leichterin jedwede beliebige, und gelegentlich erforderliche Arzncige»statt, als in Bissen, und dergleichen, bringen lasset.
Die alte Arzneigestalt, die in den Apotheken unter dem.Namen l.oKocK oder Kcl^ma uns mit einer überflüssiaenMenge von Dingen aus den alten und fremden Apotheicrbü»chern verstehet, ist von einer Konsistenz, die zwischen einemSyrup und einer Latwerge oder Konserve mitten inne steht,und gemeiniglich so viele Dinge von schleimigter, zäher Be-schaffenheit, mit Zucker gemischt, enthalt, daß sie gar baldin Gährung gerathen und sauer werden. Daher die jetzt bei«behaltenen wenigen, deren in dem letzten Apothckerbuche nichtmehr als zwei sind, schwerlich jemals gemacht oder verschrie»ben werden, und also keiner Untersuchung werth sind, als inAnsehung der Gleichförmigkeit ihrer Ingredienzien zu irgendeiner Absicht.
Es muß nichts in diese Arzneigestalt gebracht werden,ausser was sich schicklich durchs Kochen in einem wäßrigenAuflosungsmittcl ausziehen lasset, als z.B. ausgepreßte Saf-te von Pflanzen, Früchten, u, s. w. Denn jedwede Sache,die flüchtiger oder geistiger Natur ist, läßt sich hierinne nichtlange halten, wenn sie nicht gar schon bei der Verfertigungselbst fortgeht. Ferner: je mehr diese ode? jene Substanzender Gahrung ausgesetzt siud, desto weniger schicken sie sich zudieser Arzneigesialt; weil sie in neue Verbindungen übergehen,und die gehörige Konsistenz des Arzneimittels zu Grunde rich-ten , indem gewisse Theile zu dick und klebrigt, und anderezu dünn geworden sind: daher die Säfte von Früchten , ebenaus dieser Ursache, in Syrupen gar bald verderben. Hinge«gen werden alle diejenigen Arznciingredienzien, deren Kräfteund Eigenschaften in ihren festesten und FeuerbeständigstenTheilen bestehen, und solche, die einer ftlzigten und eroigienNatur sind, ganz füglich in diese Arzneigesialt qebr.icht undin selbiger aufbewahret; weil sie sich in, einem wäßrigenKörper ausziehen und durchs Kochen mit Zucker zu derjenigen