Ausübung der Apothekerkunst. Viertes Buch. 269
Konsistenz bringen lassen, die nothig ist, wenn sie sich, ohnewegzudämpfen, sollen halten lassen.
.Zu diesem Endzwecke sind daher alle Abkochungen vongetrockneten Krautern weit schicklicher zu dieser Arzncigesialt,als die von diesen Krautern ausgepreßten Safte, aus welchenihre Bereitung oft vorgeschrieben wird; weil auch das stärk-ste Auspressen einer grünen Pflanze al'ezeii was zurücklassenmuß, was höchst wahrscheinlicher Weise das beste ist; indemdie dünnen wäßrigen Theile z.iersi weggehen, und hingegendie mehr salzigten und wesentlichen so genau gemischt sind,daß sie meistens einen Theil der Fasern selbst mit ausmachen,und daher beim Auspressen zurückbleiben Wenn aber einePflanze getrocknet worden ist, wodurch sie blos ihres Phleg-mas, oder ihrer überflüssigen Feuchtigkeit, beraubet wird;so osnet das kochende Wasser natürlicher Weise ihre kleinstenCessen und Behälter, und dringt in die wesentlichen Ealze unddie materiellesicn Theile von allen ein. Und überdies hat einvon der Abkochung einer getrockneten Pflanze verfertigterSyrup vor jenem, der aus einem ausgepreßten Safte gemachtist, den fernern Nutzen; daß er nicht nur feiner ist und sichlanger halt, sondern auch Mehr «wn den Ingredienzien insich hat.
Da aber ein Cyrup weiter nichts, als die gröber« undhärtern Theile von den Ingredienzien, die zu seiner Zusam-mensetzung bestirnt sind, enthalten kann; so schränkt sich dieseArzneiaestalt auf sehr wenige Absichten ein, die blos durch desArzneimittels Würfung in den Magen und Gedärmen en 'i-chet werden. Man hat daher bei dieser Eintheilung fast aufnichts anders, als auf Brcch - uud Abführungsmittel, seinAugenmerk zu richten; ausgenommen was die Bequemlichkeitanderer Nrzneigestalten anlangt, und um trockne Substanzenin Pillen, Bissen und Latwergen zu bringen, oder die Iulcpsund Vrusisäfte zu vcrsüssen, und gewisse Dinge zum Einneh-men annehmlicher und schmackhafter zu machen. Man magalso einen Eyrup antreffen, wo, und von welchem berühin.tcn Gelehrten cs auch immer sey, oder dem man einen nochso prächtigen Titel beigeleget haben mag; sobald sich dGWürkung desselben über die ersten Wege hinaus erstrecken soch^so hat man nichts davon zu halten. Denn wie kann mansich vorstellen, das die Absicht eines Hauptstarkcnden Mittels,wie es bereits völlig erklart worden ist, durch ein Arzneimittelerreicht werden könne, daß gar nichts flüchtiges in seiner Zu.sammenseßung enthält? Das nämliche gilt hicrinne auch vonsolchen Dingen die Schweißtreibend sind, so wie auch fast vonden meisten Urintreibenden Mitteln; wiewohl ein Syrup mitfiren Salzen dergestalt überladen seyn kann, daß einige davon
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