Druckschrift 
2 (1785)
Seite
264
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

5

264 Ausübung der Apothekerkunsi. Wertes Buch.

ser Arzneigesialt ist, daß in dem Safte oder Ausgusse gewisse?Dinge eine hinlängliche Menge Zucker aufgelöset werde, da-mit sie eine gehörige Konsilien; bekommen und sich aufbewah-ren lassen. Die zu dicftr Absicht erforderliche Menge ist ins-gemein doppelt so viel Zucker, als Saft ist; und wenn ja we-Niger Zucker verordnet wird, so ist alsdann das Einkochenzu einer gehörigen Konsistenz nöthig.

Unter den auf diese Art verordneten Materialien müssenalle Sauren ihre gehörige Menge Zucker haben, um sie ohneKochen zu einer Konsistenz zubringen; weil dieWürkung einerstarken Hitze auf seidige ihre Saure zu Grunde richtet, undverursachet, daß sie wie Zucker anschießen; und dieses ist be-sonders da gut, wo ein Saft einen gewissen durchdringendenGeruch und Geschmack hat, als Pomeranzen-Lllnonen-Citro»nensaft und dergleichen; weil dmchs Kochen auch dieser lieb-liche starke Geruch mit wegdampfct und verloren geht. Auchsolche Aufgüsse die einem Syrup eine gewünschte schöne Farbegeben, müssen auf einmal dergestalt mit Zucker beladen wer-den, daß sie das Kochen nicht nöthig haben; weil ihre Farbedurch solches Verfahren und Behandeln leiden würde; welchesder Fall mit den Veilchen, rothen Mohn, Nelken, und der-gleichen, i,7; davon keins das Feuer, ausser zu ihrem Nach»theil, vertragen kann.

Die alterirenden, oder Blutreiuigenden Eyrupe, sie mö-gen einfach oder zusammengesetzt seyn,- die. aus Dekockten ge»macht werden, und zu einer gekörigen Konsistenz ohneKochennicht Zucker genug bei sich haben, müssen meistens klanfici-ret, oder abgekläret werden, welches gemeiniglich mit Eiweißgeschiehet; allein diese Zuthat ihres guten Aussehens wegengeschiehet zum Nachtheil ihrer Krasie, wenn etwas schleimig-tes oder klebrigtes verlangt wird, aus den nanuichcn Grün-den, die schon bei den Dekockten angeführet worden sind.Allein in dieser ganzen Klasse ist diese Vorsicht nirgends sonöthig, als beim äyluuuü cle Kleconio. Was vcm Mohngenommen wird, und was ganz allein diesem Syrup seineKraft ertheilet, macht eben die Abkochung dick; wird das nundurchs Abklaren davon genommen, so erhalt man ein Arznei«Mittel von wenig oder gar keiner Würksamkeit Es ist dahereine gewisse Art, wobei man wissen kann, wenn man sich dar-auf zu verlassen hat, wenn nämlich eine Portion davon dickund unrein wird, und beim Stehen einen leichten Bodensatzfallen laßt.

Man hat unter dieser Aufschrift eine solche Menge vonCyrupen, die in den Apothekcrbüchern noch beibehalten, undschwerlich jemals verschrieben oder verfertiget werden, so, daßeine besondere Untersuchung davon eine ganz unnöthige Mühe