Ausübung der Apothekerkunst. Viertes Buch. 249
chen; kochendes Wasser, ein Ouart von einer Piute. Laßtes vier Gründen lang aufgegossen stehen, und ftlhet aisdanndas flüßige durch.
Dieser Aufu:ß kann auch mit zwei- drei- oder mchrmal'so viel Eennesdlattern zubereittt wcroen.
Diese sind bcide dienliche purgu-cnde Magenbitter. Diehier vorgeschriebene ?>engc scheint auf eine Gabe eingerichtetzu seyn; erstere ist die stärkste, und letztere die kleinste Gabe,in welcher man gcwohnlichceweise die Cennesblättcr zu ge-ben pflegt.
L. D. /uiulum fnlioium ?!3mmul2« loui«.Ansgnsi von walorcbcnblättern.
Man nimt getrocknete Blatter von der OesierreichischenWaldrebe, zwei bis vier Quentchen; siedendes Wasser, einePinte. Läßt es eine Viertheilsiunde laug weichen, alsdann ge-linde kochen, und endlich gießet man die klare Flüßigkeit da-von ab.
HL. Dieklammula^ouiz istdie <Ilem»li8leÄ3des/!.lnnäus.
I.. O. Insusum 3ennas commune.GewFhnlicker Sennesblättcraufguß.
Man nimt Scnnesblatter, anderthalbeUnze; Weinstein-krystallen drei Quentchen; kleineKaroamomcn, von den Hül-sen gereinigt, zwei Quentchen; Wasser, eine Pinte.
Die Weinsteinkrystallen kocht man im Wasser bis sie aus-geloset sind; alsdann gießet man das fortkochcnde Wasserauf die übrigen Ingredienzien. und nach bem Erkalten seihetman das fiüßigc zum Gebrauch durch.
In unsern vorigen Pharmacopöicn bediente man sick znmSenncsblatteraufgussc, statt des hier vorgeschriebenen saurenSalzes, eines Laugeusalzes. Dieses beförderte die Würkungdes Arzneimittels, indem es dessen purgirende Eigenschaftnoch vermehrte, und das Wasser geschickt machte, etwas mehrvon dem Hauptingrcdienz herauszuziehen, als es an und fürsich selbst nicht im Stande 16 zu rbun; weil die Sauren viel-mehr eine entgegengesetzte Wartung äußern. Die Erfahrunghat dcmungeachtet hinlänglich gezeiget (wie das Kollegiumuns versichert,) daß dieser Aufguß nebst folgendem mic demLimonensafte, ihrer Absicht völlig entsprechen: und bei eineinArzneimittel, das für viele überaus ekelhaft ist, hat manhauptsachlich darauf mit zu sehen, daß man es so zubereite,daß man die gelindesten und am wenigsten widrigen Theiledurchs Ausziehen erhalte. Der aufiosliche Weinstein würdebei diesen Arten von Zusammensetzungen ein gutes Ingredienz