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2 (1785)
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2z3 Ausübung der Apothekerkunsi. Viertes Buch»

eben dem Grunde, einige Dinge zu abgesottenen Tränken ve»,schicdene Zeitwährungen zu ihrem Abkochen. Wenn dahernebst den Hohem und härtern Wurzeln oder Rinden manch-mal Kräuter, Samen und andere Dinge von einer weichernBeschaffenheit verordnet worden sind ; so werden letztere ambesten alsdann erst hinzugethan, wenn die übrigen ihre gehö-rige Zeit schon gekocht haben; nicht nur, weil sie die Flüssig»teil in einem bessern Zustande lassen, dasjenige, wasvondiesenhärtern Substanzen verlangt wird, herauszuziehen,- sondernauch, weil sie selbst durch langes Kochen einen Verlust ihrerflüchtigern Theile erleiden mochten.

Ein anderer merkwürdiger Umstand beim Abkochen ist;daß, wenn zusamnmücimcnde oder erweichende Substanzen sobehandelt werden, sie ganz und gar nicht auf die gemeine Artmit Eywciß abgeheilet und abgekläret weiden dürfen; weilalle Arzneikraft, die von ihnen zu erwarten ist, auf diese Artvom Schaume herkomt und verlohren geht, oder wenigstensder größte Theil davon: daher dergleichen Dinge blos durchsSetzen und Abgießen desHetlcn fein und klar zu machen sind.' Was unter dieser Arzneigesialt so gleich fertig zu machenvorgeschrieben wird, pflegt man gcmemiglich dem Patientenunter der Benennung eines Apozems, oder abgesottenen Tran-kes und Dekocktcs, zuzuschicken, und zwar gewöhnlich in derMenge eines Quarts auf einGal, um davon häufig, wie vomgewöhnlichen Getränke, zu trinken.

Die gewöhnlichen Absichten, in welchen Tinkturen undAufgüsse in der gemeinen Arzneikunst verordnet werden, sind:Hauptstärkungen, Magenstärkungcn, oder Purgiermittel. Zuden erster« werden wohlriechende und gcwürzhafte einfacheSubstanzen, unb solche, die man bei Ncrvenzufällen brauchet,genommen: zu Magensiärkimgen nimt man die nämlichenSachen, zugleich in Verbindung mit bittern Substanzen; zuPurgiermitteln wählet man solche, die vermöge ihrer purgi.rcnden und abführenden Eigenschaften sich ganz eigentlichdarzu auszeichnen. In allen Nervenzufällen werden die wohl-riechenden einfachen Substanzen am besten mit geistigen oderweinigten Flüssigkeiten in eine Tinktur gebracht, als welchensie ihre Kräfte am geschwindesten mittheilen; und zwar gcschie«het dieses am besten kalt; oder, wenn Hitze erfordert wird, invermachten Gefäßen, um das Ausdampfen und den Verlustder bessern Theile zu verhindern. Desgleichen werden auchMagenstärkcnde Tinkturen oder Aufgüsse am besten, ohne Hitzeund Wärme, zu machen verordnet, und gemeiniglich in gcmäs-sigt spirituösen oder geistreichen Flüssigkeiten, wie z B. die ge-wöhnlichen weißen Weine sind. Und zu den Purgiirmitteln,sie mögen mm harzigtl oder salzartige seyn, die bei Gelegen»