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2 (1785)
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Ausübung der Apothekerkunst. Viertes Buch. 257

Zweter Abschnit.

Von Dekockten, oder abgesottenen Tränken, und von Auf.güssen, oder aufgegossenen Tränken.

<?>ie beiden Arzncigesialten, des Dekockts und des Aufgus.^3»/ ses, haben sehr wenig Antheil an der Apochekerarzuei»mucelzubereitungsümst; weil davon überaus wenig aufbe«wahret werden kann, was auf diese Weife behandelt wordenist. Sie sind hauptsachlich darinnc von einander unterschieden:daß erstere für solche Dinge zu wählen ist, die von einem hartenGewebe sind, und ihre Kräfte nicht ohne gewisse angebracht«und gebrauchte Gewalt von sich geben; und letztere für solcheSubstanzen gehört, die von einer weichern und lockerern Be<schassenheit sind, und ihre Kräfte sogleich einem warmen oderheißen Wasser mittheilen. Wiewohl, wenn man die darzugebrauchten Materialien, und die wenigen angeführten Bei»spiele von diesen beiden Arzncigestaltcn untersuchet; so wirdman eben nicht finden, daß auf diese Unterschiede große Rück-sicht genommen worden ist. Das cle^n^um LpiiKvmilwcleco^um l!°umiticum werden schwerlich jemals verschriebenoder verfertigt, oder «fordern wenigstens keine sonderliche

Sorgfalt; und das l>ecuciumNimmu!ie pro c!)lte>e, und

äecoctum peilorale, können durch sKochen eben leinen Schadenleiden; weil sie nichts enthalten, das zu ihrem Nachtheil weg»dünsten kann; und durch ein gelindes Kochen kann von der»jenigen milden Substanz, die man aus ihren Ingredienzienverlangt, mehr ausgezogen werden, als durch bloßes Auf»gießen.

Die beiden bittern Aufgszssc sind in der gemeinen Arznei»ausübungskunst hinlänglich bekannt, und werden aus wohlbewußten Gründen weit besser auf diese Art verordnet, alswenn sie abgekocht werden; jedoch würde der erste davon, ohneden Wermuth, ein weit angenehmeres Bitter abgeben. DerAufguß wird wegen eines Uebcrmaases an Wcinsteinsalz sehrfehlerhaft befunden, welches ihn schleimige und zähe macht.Und es ist gewiß, daß, in so fern als das Wcinsteinsalz ge»braucht wird, die Tinktur ans den Scnnesblattern auszuzie-hen, eine weit geringere Menge zureichend ist; wird es aberbetrachtet, in wiefern es an und für sich selbst Arzneikräftebesitzet; so ändert das den Fall gar sehr.

Wie schon angemerkt worden ist, daß zu gewissen zusam.mengesetzten Tinkturen die Ingredienzien einzeln für sich beson-de-'s mit Vortheil ausgezogen werden könnten, wegen ihrer

so erforHem, aus