?z6 Ausübung der Apsthekerkunst. Viertes Buch.
durch hinzugesetztes Wasser milchigt; ist es mit ausgepreßtenOelm verfälscht, so pflegt rettificirter Weingeist das wcsent»licke Oel aufzulösen, und läßt das andere zurück: ist es mitTerpentinöl geschehen; so wird, wenn man ein Stück Papierin die Mischung tunket, und hernach bei gelinder Hitze trock««et, der Terpentin durch seinen Geruch sich verrathen. Diefeinern und listigern Künstler aber haben andere Versal«schungsarren ersonnen, die alle Versuche dieser Art zu Schan»den machen und vereiteln.
Manche haben die specifike, oder eigenthümliche Schwer«fräst der Oele als ein gewisses Kennzeichen ihrer Aech theilangesehen: daher auch von uns eine Tabelle von dem Ver<Kaltniß verschiedener Oele in Ansehung ihrer Schwere gegeneinander angegeben worden ist. Demohngeachtet aber darfman sich nicht hierauf ganz unbedingtcrweise verlassen. Denndie von einerlei Substanz erhaltenen achten Oele sind oftmalsin Ansehung ihrer Schwere eben so sehr von einander unter«schieden, als die von verschiedenen Substanzen ausgezogenund überdesiillirct worden sind. Zimmet und Würznelten,deren Oele gewohnlich im Wasser untersinken, geben, wennsie nach und nach und behutsam übcrdesiilliret worden, einsehr durchdringend riechendes Oel von sich , das demohnge»achtet von einer eigenthümlich leichtern Schwere ist, als diezur Destillation desselben gebrauchte wäßrige Flümgkeit; dahingegen das zuletzt übergegangene von einigen leichtern Oelensich oftmals so schwer verhält, daß es im Wasser untersinket.
Der Ausleger über die letzte Ausgabe der Edinburghi.sehen Pharmacopöie empfichlet, das verdächtige Oel mit emerreichlichen Menge rektificirten Weingeists zu verdünnen, undes alsdann dem Geschmack und Gerüche nach zu untersuchen,und es mit einigen von bekannter und erprobter Güte zu ver«gleichen. Auf diese Art wird man nicht nur unterscheidentonnen, ob das Oel mit irgend einem andern vermischt ist;fondern man wird auch zugleich ein Urtheil von dem Gradeseiner Güte, wenn es rein und unvermischt ist, fällen können.
Der nämliche Verfasser empfichlet auch ein von Piment,»der Englischer Würze abgezogenes Oel, als einen wohlfeilenStellvertreter einiger von kostbarern Gewürzen. Geruch undGeschmack dieses Qeles ist weit angenehmer als das von denWurzelten, und nicht viel geringer als das von den Mus-katnüssen. Es ist ohne Zweifel ein überaus schönes Oel, dasman von dem Gewürze in beträchtlicher Menge erhalt; davonvierzig Unzen über eine Unze Oel geben. Es hat eine feineblasse Farbe, und sinkt, so wie die Oele von einigen Ostindi»«Nischen Gewürzen, im Wasser unter.