Druckschrift 
Freywillig-Auffgesprungener Granat-Apffel, Deß Christlichen Samaritans, Oder: Auß Christlicher Lieb deß Nächsten eröffnete Gehaimbnuß, Viler vortrefflichen, sonders bewährten Mitteln, und Wunder-heylsamen Artzneyen, wider unterschiedliche Zuständ und Ubel deß menschlichen Leibs und Lebens : Welche mit sonderbahrem Fleiß, und auff das Heyl des Nächsten allzeit nachdencklicher Sorg, auß viler Artzney-Erfahrner, und berühmter Leib-Arzten, oder Medicin-Doctorn lang gepflogener Erfahrenheit
Entstehung
Seite
217
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Aryne^Nuch.

5l7

^° 6. Wann ein Frau ihr Rosen nicht hat.

M nehme Melissen/ Roßmarin/Sonnabend - Gürtl/ Isop / Sal-ve/ von denen Stenglen abgestreifft/ und klein gehackt/ein frischesAy darein geschlagen/zu einem Pfäntzl bachen lassen / dann in ei-ner guten Hennensuppen gesotten/ und das gantze Monath davon ge-truncken.

^"' 7. Die Zeit zu treiben.

^Imb ein süssen Pomerantschen / schneid das Hüllerl weg / hole ihn^ gantz auß/ und fülle ihn mit Baumöl an/ thue 9. Blühe Saffrandarein/ deck ihn mit dem Hüllerl wider zu / sitz ihn in ein glüendAschen/laß braten/biß das Oelgantz hinein gangen ist/ isse ihn so warmals du kanst/wann es schon ein Jahr ist außbliben/fo kombt es wieder.

5i° 8- Ein anders die Zeit zu treiben.

^Annehme vom Sauertaig oder Tckmpffe! so von rocken Mehl/ sogroß als ein Ay/ gieß ein Seit! Bach- Wasser daran / welches ge-gen dem Strohm deß Wassers geschöpfft/ laß über Nacht stehen/Morgends sey es ab / dessen ein halbes Seitl auff einmahl getrun cken/man ran es offt probiren.

9. Cm anders darvor/ so eine Frau die Rosen

nicht ordentlich hat.)Isemuß 3. Tag^uvor/ ehe ihre Zeit kommen solt/alle Tag 2.mahldtst Suppen trincken/ man macht von tn/chen Aprn ein Psanßl /und thut dises Pulver unter die Ayr schlagen / nimb Land - Saff-ran/ Zimet und Cassien-Holtz/ eines so vil als deß andern / stoß ein jedesbesonder gar klein zu Pulver/darnach alles wohl zusammen vermischt/nimb davon eines Ducaten schwarz zu einem Ay; Melissen undVeysußkanst auch nach Geduncken darunter schneiden/ bachs in einem Schmaltz/legs Psanßl demnach in ein magere Hennensuppen / laß wohl darin sie-den / trlnck alle Abend und Morgen ein Schckllerl voll davon/ so warmman es leyden kan; wann du aber vermeinst/ daß das Geblüt hitzigseye/und nicht durch oie Adern kan/ so kanst du auch sicher in wehrenderZeit/ wann du es bekombst / alle Abend vier Löffel voll dises vermisch-ten Wassers mnckcn; Nimb wilden Hanff wildes Distl-Wasser/wannes zu wider wäre/ kan man ein wenig weissen Zucker- Ccmdl darein legen/doch ist es noch besser / wann man den Hanffund Distl zusammen stost /und mit Mellssen-Wasser durchdruckt / das kühlt das Geblüt bey derMutter ab.

Ee N° 10.

N°