Einleitung. 9
liegen bald unter der Arbeit, für die sie nicht mehrgemacht sind. Wenn man eine Frau, die aufsiand verheyrathet worden ein Jahr nachdem siedie Stadt verlassen hat, wiedersiehet, so ist esleicht zu merken, wie sehr sie bey ihrer icbensartveraltert. Oft wird ihre Gesundheit in dem er-sten Wochenbetts zu Grunde gerichtet, weil sie indemselbigen nicht so gewartet werden können, alsihre Weichlichkeit es wohl erforderte; sie bleibenschwächlich, matt und kraftlos, bekommen keineKinder mehr, und werden zugleich mit ihren Män-nern zur Vermehrung des Volks untüchtig.
UuzeitigeGebuhrten,weggeschickte Kindernacheiner verschwiegenen Schwangerschaft und die Un-möglichkeit nachher einen Mann zu finden, sindoft Wirkungen ihrer freyen Lebensart.
Es ist zu besorgen, daß diese Uebel von Zeitzu Zeit noch mehr überHand nehmen werden, seit-dem man aus Mangel an Erwachsenen oder ausSparsamkeit anfangt, Kinder zu Bedienten an«zunehmen. Ihre noch unausgebildere Sittenund ieibesbeschaffenheit verderben sich in gleichemVerhältnisse durch den Aufenthalt in der Stadt,durch Müßiggang, böses Exempel und liederlicheGesellschaften.
Ohne Zweifel wäre über diese wichtige Sachenoch vieles zu sagen, aber ausser meinem Bestreben,kurz zu seyn, und ausser meinen vielen andern Be.schaftigungen,die mirkeineZeit für dasjenige,nxwnicht zur Arzeneykunst gehört, übrig lassen, mün-
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