ein hohes Alter zu erlangen. 91
wurden in dieser Meynung bestärket, wann siefan.
den, daß die Menschen durch die Fleischspeisen den
wilden Thieren nachgerade ähnlicher wurden.
Bey den hißigen Krankheiten werden wir die be»
wegenden Würkungen der Fleischspeisen am deut.
llchsten gewahr. Zur Winterszeit, wann wir
mehr wärmende und dauerhafte Speisen nöthig
haben, bekommen sie uns besser als im Sommer.
Das Fleisch der alten Thiere ist schwerer zu der.
dauen, giebt aber auch mehr Starke als das
Fleisch der jüngern. Ihr härteres Fleisch ist
nichts anders, als eme mehr zusammen gelaufne
Gallerte, und kann auch zuletztganz beinartigwer.
den. Ja wir wissen, wie Horn und selbst Beine
durch starkes Kochen, insonderheit in zugedeckten
Töpfen zu Brey oder Gallerte verwandelt, oder
auch zu guten Krastsuppen verdünnet werden kön.
nen. Alle zahme Thiere, und diejenigen, welche
nur von Gewächsen leben, haben Fleisch von mit»
derm Geschmack, es ist auch mehr kühlend als
das wilde, welches hingegen ganz seicht zu ver«
dauen und mürbe ist. Wird das Wildpret ge,
gessen, wann es schon angekommen ist, oder zu
faulen anfangt, da es einen sehr veränderten Ge.
schmack annimmt, so erhißt es unser Geblüt.
Wilde Thiere, welche vom Raub leben, sind noch
hißiger; aber sie werden zu unsern Zeiten von
erleuchteten Völkern wenig genossen. Sowohl
viersüßige Thiere als Vögel, je stärker sie sind,
»der je längere Zeit sie brauchen auszuwachsen,
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