verschlimmrung der Rrankheitm. 57
wenn ein Kranker eine so geheißene Kraftbrühe zusich genommen, das Fieber sich vermehre/ undder Kranke sich darauf schwacher beßnde. Wennman einem Menschen / welcher ein starkes Fieberhat, oder dessen Magen mit einer verdorbenenMaterie angefüllt ist/ eine ganz frische Fleischbrühegiebt / so ist es eben so viel / als wenn man «hmzwey oder drey Stunden spather cme verdorbeneVrühe geben würde.
§. 22. Ich muß es sagen / daß dieses tät-liche Vorurtheil, den Kranken durch kraftige Spei-sen zu erhalten, sich auch bey solchen Personenallzusehr ausgebreitet, von deren Gemüthsgabenund Erziehung man einen so groben Irrthum nichtvermuthen sollte. Es wäre für das menschlicheGeschlecht ein grosses Glück / und die Zahl der Le-bensjahre würde sich überhaupt vermehren / wennman solches von dieser Wahrheit überzeugen tönte,welcbe in der Arzneylunst so gewiß erwiesen ist/daß nämlich leine andere Mittel den Kranken star-ten können / als diejenige»/ welche die Krankheitschwächen; allein der Eigensinn ist hierinnen unbe-greiflich / und ist eine zweyte noch viel grösserePlage / die mit den Krankheiten sich zum Verder-ben der Menschen verbindet. Von zwanzig Krau-le«/ die auf dem Lande sterben, giebt es öftersmehr als zwey Drittheil, welche genesen wäre»/wenn sie nur an einem Ort, wo sie gegen die
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