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2 (1859)
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86
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86 Vierter Abschnitt. Fällungsanalysen.

Obschon hier eine bessere Annäherung eintrat, so waren die Re-sultate noch nicht übereinstimmend genug, um sich dabei beruhigen zukönnen. Die Leichtigkeit, womit eine verdünnte essigsaure Eisenoxyd-lösung zersetzt wird, ist so gross, dass schon das Filtrirpapier dieselbezersetzt. Wenn man zu 200 CC. dest. Wasser 2 bis 3 CC. obiger Eisen-lösung zusetzt, so erhält man eine sichtbar bräunlich gefärbte Flüssig-keit, welche mit Blutlaugensalzlösung eine deutlich blaue Farbe zeigt.Giebt man einen Tropfen dieser Lösung auf Filtrirpapier, so setzt sich,wie bei rothem Wein auf dem Tischtuche, alles Eisenoxyd in der Mitteab, und ein reiner Wasserkranz verbreitet sich darum. Betupft manden Rand der feuchten Stelle mit Blutlaugensalzlösung, so entsteht nichtdie geringste Spur einer Bläuung, und fährt man mit der Blutlaugen-salzlösung über die ganze Steile, so bildet sich in der Mitte ein deutlichblauer Flecken, der von dem farblosen Wagserkranze umgeben ist. Lässtman einmal an der Luft trocknen, so giebt Blutlaugensalz gar keineReaction mehr, indem nun das Eisenoxyd unlöslich geworden ist. Eserklärt dies auch die oben angeführte Erscheinung, dass die Liebig'scheReactionsmethode mit zwei Papieren eine deutlichere Färbung erzeugt,als das Aufsetzen zweier Tropfen neben einander auf dasselbe Filtrirpa-pier. Im ersten Falle hat die Flüssigkeit nur eine einfache Papierdickezu durchdringen, während der sich ausbreitende Tropfen eine ansehn-liche Pnpierbreite zu durchdringen hat, und auf diesem Wege seines Ei-senoxydgehaltes beraubt wird. Es geht daraus hervor, dass auch nachLieb ig's Methode das Papier erst eine gewisse Menge Eisenoxyd ansich reisst, und nur der noch durchgedrungene Antheil die Reaction ver-anlasst. Wenn man nach Lieb ig obige sehr verdünnte Flüssigkeit,worin 3 CC. Eisenlösung auf 200 CC. dest. Wasser kamen, auf ein Fil-trirpapier brachte, und mit diesem auf ein mit Blutlaugensalz getränkteszweites Filtrirpapier drückte, so entstand auf dem unteren Papier kaumeine sichtbare Bläuung, dagegen wurde das obere Papier stark blau,wenn die Blutlaugensalzlösung in dieses eindrang. Von der letzten Er-scheinung kann man jedoch keinen Gebrauch machen, weil das phos-phorsaure Eisenoxyd sicli auf dem oberen Papier befindet, und unterallen Umständen von Blutlaugensalz gebläuet wird. Zu obigen 200 CC.Wasser konnten 15 CC. der Eisenlösung gefügt werden, wodurch dieFlüssigkeit bräunlich erschien, ohne dass zwei in einander laufendeTropfen an der Berührungsstelle sich bläulich zeigten, und selbst nachLieb ig's Methode wurde nur eine sehr schwache Reaction damit er-halten. Es geht aus diesen Versuchen wenigstens das hervor, dass manzu einer Reaction keinen zu kleinen Tropfen nehmen darf, dass man jedeüberflüssige Verdünnung zu vermeiden habe, dass man in sehr ver-dünnten Flüssigkeiten die Methode wohl gar nicht wird anwenden kön-nen, und dass man kein zu dickes Filtrirpapier anwenden dürfe.

Da die Oberflächenwirkung des Filtrirpapiers schon stark genugist, die Affinität zwischen Eisenoxyd und Essigsäure zu lösen, wie denn