38 Vierter Abschnitt. Fiillungsana'lysen.
Schwefelwasserstoffwasser überzeugen kann, so bringt man das Chlor-silber in eine Schale, von welcher man die überstehende Flüssigkeit ab-giesst. Man versetzt das nasse Chlorsilber mit verdünnter Schwefelsäureund legt ein Stück massives Stabeisen so hinein, dass es ganz von derFlüssigkeit bedeckt werde.
Die Reduction durch Zink geht zwar leichter und reiner ab, alsdurch Eisen ; allein das Zink enthält immer fremde Metalle, Blei undZinn, welche sich dem Silber beimischen. Das Eisen lässt zwar auchKohle und vielleicht etwas Kieselerde oder Graphit zurück, aber immernur solche Stoffe, welche beim Einschmelzen des reducirten Silbers voll-kommen davon getrennt werden, während die genannten Metalle ausdem Zinke dabei bleiben.
Noch reinlicher reducirt man das Chlorsilber auf galvanischemWege. Man bringt es in einen weiten an beiden Seiten offenen Glas-cylinder, dessen untere Oeffnung mit befeuchteter Thierblase verbundenist. Diesen Cylinder hängt man schwebend in ein weiteres Gefäss, wel-ches bis zu der Höhe des Chlorsilbers im Inneren verdünnte Schwefel-säure enthält. In die Schwefelsäure setzt man ein Stück Zink, welchesmit einem Drahte versehen ist. An das Ende dieses Drahtes befestigtman einen Silberdraht oder Platinspatel, und taucht diesen in das Chlor-silber, dem man zur Vermehrung der Leitungsfähigkeit für den elektri-schen Strom ebenfalls etwas Schwefelsäure zusetzt. Es fängt alsdann,ohne Berührung von Eisen oder Zink, die Reduction um den Platinspa-tel an und durchdringt die ganze zusammenhängende Masse des Chlor-silbers. Getrennt liegende Theilchen werden natürlich nicht reducirt, dasie nicht in den elektrischen Strom kommen.
Nachdem alles Chlorsilber reducirt ist, spült man den schwammigenKuchen in einen Mörser und wäscht ihn mit heissem Wasser einigemalab. Man giesst noch etwas Schwefelsäure hinzu, wodurch es sich leich-ter absetzt, zerrührt mit dem Pistill, und giesst öfter ab, bis alles Chlor-zink ausgewaschen ist. Das Silber hat nun schon die Gestalt metallischglänzender Blättchen angenommen. Es muss noch getrocknet und ge-schmolzen werden, da es immer kleine Menden unzersetztes Chlorsilberenthält. Man presst das pulverige Silber in einen hessischen Tiegel, be-feuchtet es mit einer Lösung von kohlensaurem Natron , trocknet ein,und schmilzt das Silber im Essenfeuer ein. Das geschmolzene Silbergiesse man auf eine horizontale muldenförmige Unterlage von festge-drücktem Kiessand, um es in einer dünnen auswalzbären Gestalt zu er-halten. Man lasse es in Plattenform auswalzen, worin es leicht mit einerBlechscheere vertheilt werden kann.
Zum Voraus wägt man sich Portionen von 1 Grm. aufs Genauesteab und bewahre dieselben in Papierkapseln. Endlich bereite man sicheine Lösung von 1 Grm. Silber in Salpetersäure zu einem Litre ver-dünnt, welche der zweiten schwächeren Kochsalzlösung an Werthgleich ist.