Fünftes Capitel. Silber.
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Die Kochsalzlösung.
Die Atomgewichte weniger Körper sind gegen einander so genaubekannt, als die des Silbers und des Kochsalzes, die Versuche vonMarignac und Pelouze haben jeden Zweifel über deren Grösse ge-hoben, und insbesondere hat Pelouze durch dasselbe Verfahren wie beider Silberanalyse diejenigen Mengen Kochsalz bestimmt, welche noth-wendig sind, um eine bestimmte Menge reines Silber zu fällen.
Um sich chemisch reines Kochsalz zu verschaffen, löse man käufli-ches Kochsalz in Wasser auf, setze so viel Barytwasser hinzu, dass die-ses etwas vorwaltet, was man durch ein rothes Lackmuspapier erkennenkann, filtrire und lasse einmal beinahe zur Trockenheit verdampfen.Durch den Baryt wird Schwefelsäure und Bittererde gefällt, und durchdas Eindampfen der Ueberschuss des Baryts und des von ihm in Freiheitgesetzten Kalkes als kohlensaure Verbindungen abgeschieden. Den letztenRest von Mutterlauge vor dem Eintrocknen entferne man, löse das Salzin möglichst wenig Wasser auf, filtrire und lasse in Porzellanschalen aneinem warmen Orte krystallisiren. Die Krystalle werden getrocknet, imPorzellanmörser zu Pulver zerrieben und in einer Schale bei sehr starkemFeuer vollständig ausgetrocknet und in wohlverschlossenen Gläsern auf-bewahrt. Ein so vorbereitetes Kochsalz behält seinen chemischen Werthsehr lange unverändert bei. Fresenius (dessen quantitative Analyse.3te Aufl. Seite 565) fand, dass eine Menge von nahe ± l / 2 Grm. Kochsalz,:) 4 Stunden lang an feuchter Luft stehend, nur 0,0009 Grm. im Gewichtzugenommen hatten. Erwägt man, dass eine Wägung höchstens 3 bis 4Minuten dauert, und man sonst das Gefäss gut verschlossen halten kann,so ergiebt sich, dass man das reine Kochsalz auch in bestimmter Mengeabwägen und zur Anwendung bringen kann.
Sehr reines Kochsalz kommt in der Natur als Steinsalz, Sal gem-mae, vor. Es ist ganz farblos, durchsichtig, in würfelförmigen oder pa-rallelepipedischen Stücken spaltbar. Dieses Salz ist so rein, dass manmit keinem Reagenz die geringste fremde Beimischung entdecken kann.Man kann dasselbe zweckmässig zur Silberbestimmung verwenden.
Man zerstosse es ebenfalls zu einem gröblichen Pulver und trocknedies bei starker Hitze aus.
Die Stärke der Kochsalzlösung muss eine solche sein, dass 100 CC.1 Grm. reines Silber fällen, dass also im Litre so viel Kochsalz enthal-ten ist, um 10 Grm. Silber zu fällen.
Bedienen wir uns des Atomgewichts des Silbers von Marignaczu 1349,66 (Sauerstoff = 100), des Chlors zu 443,28, des Natriums zu287,44, so müssen auf 1349,66 Silber 730,72 Kochsalz kommen, alsoauf 10 Grm. Silber 5,414 Grm. Kochsalz. Man wäge diese Menge ge-nau ab, bringe sie ohne Verlust in eine Litreflasche und giesse destillir-tes Wasser hinzu, erst bis zur Lösung des Salzes, dann bis zur Marke.Nachdem die Flüssigkeit tüchtig geschüttelt ist, wird sie einer Probe