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Vierter Abschnitt. Fällungsanalysen.
werden nämlich durch Lichtbrechung an einzelnen Stellen, den soge-nannten kaustischen Linien, starker beleuchtet und erscheinen dann wieein frischer Niederschlag. Man erkennt die wahre Natur dieses Licht-effectes daran, dass sie durch leichtes Bewegen den Platz nicht verän-dern , und überhaupt regelmässiger sind, als die durch Fällung ent-standenen Wölkchen.
Technische Bestimmung des Silbers.(Münzen, Werksilber, Barren.)
Die technische Bestimmung des Silbers, welche schon im Vorher-gehenden angedeutet ist, geschieht als Hauptzweck in den Münzen, Af-finirungsanstalten und bei den Controlbüreaus derjenigen Staaten, welcheeine gesetzliche Stempelung von Silberwaaren eingeführt haben. Frühergeschah diese Bestimmung durch Cupellation oder Abtreiben. Das mei-stens kupferhaltige Silber wurde mit reinem metallischen Blei auf einemporösen Näpfchen aus Knochenasche, Cupelle (nicht Capelle, wie eshäufig geschrieben wird), eingeschmolzen und bis zur vollständigen Oxy-dation des Bleies und Kupfers in heller Rothglühhitze gehalten. Esoxydirten sich das Blei und das Kupfer zu Oxyd. Das an sich in dieserTemperatur unschmelzbare Kupferoxyd löst sich in dem leicht schmelz-baren Bleioxyde auf und zieht mit diesem in die poröse Masse der Cu-pelle, wo es einen schwarzen Kranz bildet. Scho« lange bemerkte man,dass bei diesem Verfahren jedesmal ein Verlust an Silber eintrat undzwar ungleich je nach der Temperatur des Abtreibens und nach demGehalte des Silbers.
Dieser Verlust entstand theils durch Verflüchtigung von Silber beider hohen Temperatur, theils durch Einziehen in die Cupelle. Wennman reines Silber mit Blei umschmolz und wieder bis auf reines Silberabtrieb, so erlitt man einen Verlust von 1 bis 2 Tausendtel. War aberdas Silber nur 900 Tausendtel haltig, so büsste man 4 bis 5 Tausendtelein, und bei noch geringerem Gehalte noch mehr, weil nun die zuzu-setzende Menge Blei und die Zeit des Abtreibens immer stieg. Es ent-sprang hieraus der Nachtheil, dass ein Münzdirector, der feines Silbereinnahm, um es in Geldstücke von 900 Tausendtel Gehalt zu verwan-deln, genöthigt war, der Legirung den wahren Werth von 903 oder 904Tausendtel zu geben, damit sie bei der Prüfung im Laboratorium der Münz-commission dem Titre von 900 entsprechen konnte. Er erlitt deshalb beiseiner Fabrikation einen Verlust von 3 bis 4 Tausendtel, dessen Ursachenicht lange verborgen bleiben konnte. Daher rühren in der That dieKlagen, welche eine neue Untersuchung des Probirverfahrens mit derCupelle herbeiführten. Um das Factum über allem Zweifel festzusetzen,wurden in Frankreich auf dem Wege der Synthese Silberlegirungen mitKupfer von dem Gehalte 950, 900 und 800 Tausendtel mit mathema-tischer Schärfe dargestellt und an die bedeutendsten Controlbüreaus von