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1 (1859)
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287
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Arsenigsaures Natron gegen Jodlösung. 287

werden. Eine Arseniksäure, welche dieser Bedingung entsprach undbei dem ersten Tropfen Jodlösung sich blau färbte, wurde in "Wassergelöst und etwas Jodkaliumlösung hinzugefügt. Nach wenigen Augen-blicken färbte sich die Flüssigkeit braun von ausgeschiedenem Jod.

Wurde vorher Stärkelösung zugesetzt, so entstand bald eine tiefblaue Farbe.

Sehr verdünnte Arseniksäure, mit Stärkelösung und Jodkalium ver-setzt, zeigte keine Zersetzung. Wurden aber einige Tropfen Schwefel-säure zugefügt, so trat sogleich die blaue Farbe der Jodstärke auf.Den letzten Fall könnte man vielleicht durch die Wirkung der Schwefel-säure auf Jodwasserstoff erklären wollen; bei dem ersten Falle, wo reineArseniksäure vorhanden war, ist dies jedoch nicht zulässig. Die Arse-niksäure scheidet aus Jodkalium Jodwasserstoff aus, und dies zersetztsich mit freier Arseniksäure, wie die blaue Färbung aufs Bestimmtestenachweist. Damit also die gebildete Arseniksäure, wie bei Bunsendie Schwefelsäure, nicht zückwärts zersetzt werden könne, oder minde-stens das Fortschreiten der normalen Zersetzung auf einem gewissenPunkte hemmen könne, wird hier wie dort die Wirkung der freien Säuredurch die Gegenwart des Alkalis vernichtet.

Die arsenige Säure kann nicht gegen saures chromsaures Kali an-gewendet werden; in alkalischer Lösung wird das saure chromsaureKali nicht davon zersetzt und in saurer Lösung hebt die arsenige Säuredie Farbe der Jodstärke nicht auf.

Dass das arsenigsaure Natron die Jodstärke entfäi'bt, muss offenbarder durch die vorhandene Basis erhöhten Affinität der arsenigen Säurezum Sauerstoff, um Arseniksäure zu bilden, zugeschrieben werden, ge-rade wie auch das Zink das Wasser nicht zersetzt, wenn nicht eineSäure vorhanden ist.

Bei diesen Versuchen mit arsenigsaurem Natron direct Chlornatron,Chlorkalk und Chlorwasser zu titriren, glaubte ich das Penot'sche Ver-fahren dadurch zu verbessern, dass ich dem in bestimmter Menge ab-gemessenen arsenigsauren Natron Jodkalium und Kleister zusetzte undnun die chlorhaltige Flüssigkeit aus der Bürette hinzugab. Ich bekamjedoch dicht hinter einander so widersprechende Resultate, dass sie michin Verzweiflung setzten, weil ich den Grund davon nicht sogleich fand.

Die Reaction war ja in beiden Fällen dieselbe, nur in meinen Ver-suchen ungleich bequemer angewendet. Auf 10 CC. arsenigsauren Na-trons gebrauchte ich dicht hinter einander von demselben Chlorwasser17,8, dann 21 und 29,5 CC, bis die blaue Farbe eintrat; ebenso ge-brauchte ich von einem frisch bereiteten Chlornatron 9,3, dann 9,5 und10,5 CC.

Der Grund dieser Ungleichheit liegt in der localen Wirkung desChlors und Chlorkalks auf die Stärke. Je nachdem man mehr oderweniger Stärke zugiebt, oder beim Zugiessen des Chlors einmal mehrverdünnt hat, oder stärker schüttelt, fallen die Zahlen ungleich aus.