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1 (1859)
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286
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Dritter Abschnitt.

der vorhandenen Menge Natrons. Wurde nun kohlensaures Natron zu-gesetzt, so versehwand die blaue Farbe sogleich wieder und trat erstbei 10 CC. Jodlösung wieder ein, konnte aber auch nun durch einenferneren Zusatz von kohlensaurem Natron nicht mehr weggenommenwerden. Es ist deshalb die stark alkalische Lösung des arsenigsaurenNatrons ein vortreffliches Maass für freies Chlor, freies Jod, Chlorkalkund dergleichen, und hierin besteht das Eigenthümliche der arsenigenSäure, dass sie, neben ihrer hoch anzuschlagenden Unempfindlichkeitgegen atmosphärischen Sauerstoff, bis jetzt der einzige Körper ist, wel-cher in einer alkalischen Lösung diese Oxydationsfähigkeit besitzt undgleichbleibend behält. Alle die anderen chlorometrischen Mittel, wieEisenoxydul, Zinnchlorür, schweflige Säure, sind sauer und entwickelnaus dem Chlorkalk immer Chlorgas, welches der Messung entgeht.Otto sagt bei dieser Gelegenheit (s. Ausfuhrliches Lehrbuch der Chemie2. Aufl., Bd. 3, S. 426):nach jedem Eingiessen der Chlorkalkfliissigkeitin die Eisenvitriollösung zeigt sich der Geruch des Chlors, besonderswenn die Eisenvitriollösung stark angesäuert wurde." Dieser Umstandvermindert offenbar die Genauigkeit der Methode, weil er je nach demsauren Zusande der Eisenvitriollösung verschieden stark eintritt. Erfindet natürlich auch bei Anwendung des sauren Arsenikchlorürs statt,und ich muss in diesem Falle der Ansicht Otto's ganz beistimmen, dassder Eisenvitriol der giftigen arsenigen Säure vorzuziehen sei. Wirdaber die arsenige Säure in alkalischer Lösung angewendet, so findetdieser Verlust von Chlorgas gar nicht statt, und es ist die Möglichkeitgegeben, mit Vermeidung der Betupfungsmethode die äusserst empfind-liche Jodreaction in der Flüssigkeit selbst hervorzurufen. Um diesenPreis muss ich der arsenigen Säure wieder den Vorzug geben, der durchihre Titrebeständigkeit wesentlich erhöht wird.

Es findet bei dieser ßeaction ein ganz ähnlicher Kampf der Ver-wandtschaften statt, wie bei dem Verfahren von Bunsen. Dort zer-setzte sich schweflige Säure mit Jodlösung in Schwefelsäure und Jod-wasserstoff, und bei einem anderen Concentrationsgrade ging Jodwasser-stoff mit Schwefelsäure rückwärts in freies Jod und schweflige Säureüber. Ganz ebenso ist es hier. Arsenige Säure und Jod gehen beiGegenwart von Alkalien in Arseniksäure und Jodmetall oder Jodwasser-stoff über, dagegen zersetzen sich freie Arseniksänre und Jodmetall oderJodwasserstoff in freies Jod und arsenige Säure. Ich habe dieserhalbdie folgenden Versuche augestellt.

Arseniksäure, durch Abdampfen von arseniger Säure mit Salz- undSalpetersäure dargestellt, kann aufs Schärfste auf einen Rückhalt vonarseniger Säure geprüft werden, wenn man sie mit kohlensaurem Natronübersättigt, mit Stärkelösung versetzt und eine Jödlösung hinzufügt.Der erste Tropfen Jodlösung muss die blaue Farbe der Stärke hervor-bringen. Verschwindet die blaue Stelle beim Umschütteln, so ist arse-nige Säure vorhanden und es muss eine neue Oxydation eingeleitet