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1 (1859)
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285
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Dritter Abschnitt. Arsenigsaures Natron gegen Jodlösung. 28")

und richtige Resultate giebt. Er löst nämlich die arsenige Säure stattin Salzsäure in kohlensaurem Natron auf und findet das Ende der Ope-ration durch ßetupfung eines von ihm angegebenen Jodkleisterpapiers,wodurch ein blauer Flecken auf dem bis dahin weiss gebliebenen Pa-pier entsteht. Nebenbei gesagt, ist das von Penot angegebeneJodnatrium - Kleisterpapier ganz unzweckmässig bereitet, weil es auchmit reinen Säuren einen blauen Flecken giebt, da es immer jodigsauresNatron enthält. Es muss also reines Jodkalium und Kleister zusammenangewendet werden. Penot hat hierbei zwei glückliche Griffe gethan,nämlich die äusserst empfindliche Jodreaction hinzugerufen zu haben,und statt der sauren Arsenikchlorürlösung eine neutrale oder basischeLösung des arsenigsauren Natrons angewendet zu haben. Die Bedeu-tung dieser letzteren Verbesserung hat Penot nicht vollständig erkannt.Die Anwendung der arsenigen Säure in neutraler oder basischerVerbindung hat eine andere Bedeutung, als die blosse Veränderung desLösungsmittels. Im arsenigsauren Natron hat die arsenige Säure eineweit grössere Verwandtschaft zu Sauerstoff, Chlor, Jod, als im freienZustande oder im Arsenikchloriir.

Wenn man Stärkelösung mit Jod blau färbt und diese Flüssigkeit inarsenigsaures Natron giesst, so wird die Farbe augenblicklich vernich-tet; löst man aber die arsenige Säure in Salzsäure, oder macht man dieLösung des arsenigsauren Natrons sauer, so geschieht dies nicht.

Die an Alkalien gebundene arsenige Säure ist demnach im Stande,der Jodstärke das Jod zu entziehen und selbst in Arseniksäure über-zugehen, während das Jod sich in Jodwasserstoff verwandelt; die freiearsenige Säure kann dies nicht. Es ist deshalb auch möglich, in alka-lischer Lösung die Jodreaction anzuwenden, während bei saurer Lösungder erste Tropfen von Chlorkalk, Chlorwasser, chromsaurem Kali dieblaue Farbe erzeugt, was anzeigt, dass eine Oxydation der arsenigenSäure nicht stattfindet. Die blaue Farbe der Jodstärke wird von koh-lensaurem Natron nicht aufgehoben; es ist deshalb zulässig, der arse-nigen Säure eine grössere Menge kohlensaures Natron zuzusetzen. DieNothwendigkeit dieses Zusatzes ergiebt sich aus dem folgenden Versuche.Wenn man sich eine normale Jodlösung von Yio Atom ( 12 688Grm.) Jod im Litre bereitet und eine normale arsenigsaure Natron-lösung von i/jo Atom = 4,95 Grm. (weil die arsenige Säure 2 AtomSauerstoff aufnimmt, wird die Hälfte eines zehntel Atoms genommen)arseniger Säure mit 14,5 Grm. krystallisirtem kohlensaurem Natronso mt'issten beide Lösungen eigentlich äquivalent sein, d. h. sich in o-l e i-chen Volumen genau sättigen. Als ich nun 10 CC. arsenigsaure Na-tronfösung mit Stärke versetzte, trat bei Zusatz von 7 CC. Jod-lösung schon die blaue Farbe ein. Es war nämlich das Jod in Jod-wasserstoff'säure übergegangen und hatte einen Theil der arsenigen Säurevom Natron verdrängt. Die freie arsenige Säure entfärbt abor die Jod-stürke nicht, und es trat die Ileaetiou deshalb früher ein, entsprechend