Siebenundzwanzigstes Capitel. Essigäther 131
rcn also 54 — 6,8 = 47,'2 CC. Normalnatron gesättigt worden. Dieseberechnen sich zu 4,153G Grm. Essigäther = 94,4 Proc.
Die Flüssigkeit wurde noch einmal mit Normalkleesäure roth ge-macht, und mit Normalnatron wieder blau. Es waren mm 17 CC. ge-sättigt, welche sich zu 94 Proc. Essigather berechnen.
Da der Aether beim Sättigen mit Alkali und beim freien Verdam-pfen auf der Hand die eigenthümlieh Husten erregenden Eigenschaftender Amylverbindungen zeigte, so unterwarf ich ihn einer fractionirtenDestillation.
Vom ersten Destillat wurden '2,697 Grm. mit 30 CC. Normalna-tron behandelt, und 1 CC. Normalkleesäure dagegen gebraucht. Es sindalso "29 CC. Normalnatron gesättigt worden. Diese repräsentiren•29 X 0,088 = 2,552 Grm. o= 94,62' Proc.
Die gleiche Menge Aether sättigten ein andermal 28,8 CC. Nor-malnatron = 94 Proc. Aether.
Die Titrirung des Essigäthers ist keine von den schärfsten alkali-metrischen Operationen , wegen der Gegenwart des essigsauren Alkalis.Kommt nämlich Kleesäure zu dieser Lösung, so wird nach der Sättigungdes freien Alkalis das essigsaure zersetzt, und die in Freiheit gesetzteEssigsäure bewirkt die Reaction. Da deren Menge überhaupt geringist und dieselbe auch nicht stark auf Lackmus wirkt, so erscheint derFarbenwechsel etwas verdunkelt. Sobald die blaue Flüssigkeit einmalviolett geworden ist, bleibt sie selbst bei Zusatz von mehreren Tropfenso, und man muss dann mit Natron rückwärts auf Blau gehen. Dass inden oben angeführten Versuchen ein für absolut gehaltener Essigäthersich nur zu 94,62Proc. herausstellte, kann ich nicht vollständig erklären,da es keine andere Analyse des Essigäthers zur Controle giebt. EinGrund liegt darin , dass der mit so vieler Sorgfalt bereitete Essigätherdennoch nicht ganz rein war.
Der frische Aether verlor an ein gleiches Volum Wasser 8 Proc, daserste Kectificat 9Proc; das zweite (speeif. Gew.0,899) 7Proc; das dritte(spec. Gen. 0,90f)5Proc.; das vierte (spec. Gew.0,903) 7 Proc, und dasPhlegma gar nur 4 Proc. Es hatte sich demnach ein ölartiger Körper vongeringerer Löslichkeit und Flüchtigkeit im Phlegma angehäuft, und der-selbe gab sich durch den Geruch des mit Wasser gewaschenen Phlegmasals Birnöl (essigsaures Amyloxyd) zu erkennen. Auf der Hand ausge-breitet, roch er anfänglich nach Essigäther, nach dessen Verdunsten aberdeutlich nach Piniol, und erregte bei jedem, der diesen Geruch ein-saugte, heftiges Husten, was reiner Essigäther nicht thut. Es war dem-nach ein Stoff gefunden worden , welcher die von mehreren beobachtetegeringe Löslichkeit des Aethers in Wasser erklärte. Es ist jedoch nichtanzunehmen, dass dieser Körper die der Analyse fehlenden 5 ^ Proc. aus-gemacht habe.
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