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1 (1859)
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Zweiter Abschnitt. Alkalimetrie (Säuren).

Wäre der Essigäther absolut rein, so würden 8,8 Grm. desselben genau100 CC. Normalnatron sättigen, daraus kann man leicht finden, wie vielNormalnatron-man zu nehmen habe, um selbst im Falle vollkommener Rein-heit noch einen Uebersehuss an Natron zu haben. Man kann demnachauf jedes Gramm Aether 12 CC. Normalnatron nehmen. Dies lässt mangenau aus der Bürette in ein mit Glasstöpsel versehenes Glas fliessen,mit der Vorsicht, den Hals nicht zu benetzen. Nun saugt man wiederAether in die Pipette, nnd lässt dieselbe Anzahl CC, als man vorhergewogen hat, in das Natron einlaufen, indem man die Spitze der Pipetteeintaucht. Man zieht die Pipette heraus, setzt den Glasstopfen fest auf,und schüttelt einige mal gut um. Anfänglich schwimmt der Aether aufder Natronflüssigkeit, nach sehr kurzer Zeit verschwinden die trüb ma-chenden Aethertröpfchen und die Flüssigkeit wird ganz klar. Man ver-bindet den Stopfen mit einer Schnur und stellt die Flasche an einenwarmen Ort, oder legt sie in warmes Wasser. Zeit und Wärme könnensich vollständig ersetzen, so dass es keine bestimmte Temperatur giebt,bis zu welcher man die Flüssigkeit erwärmen müsse. Nach 1 bis li/ 2Stunden kann man wieder öffnen, wo dann jede Spur von Geruch nachEssigäther verschwunden ist, sich häufig aber ein Geruch nach Birn-äther zeigt, wenn der Aether aus nicht entfuseltem Weingeist bereitetworden ist.

Ich habe zu diesen Versuchen einen von Herrn MedicinalassessorWilms in Münster bereiteten Essigäther verwendet, welchen derselbemir bei einem Besuche in Münster verehrt hat. Er war bezeichnet:Aether aceticus absolutus p. spec. 0,904 bei 14° R. in Volum, aeq. aquae5 Proc. solubilis. Er war sehr gut verschlossen an einem kühlen Orte aul-bewahrt worden, und zeigte sicli beim Oeff'nen der Flasche vollkommenneutral; auf blauem Lackmuspapier abgetrocknet, machte er einen rothenFleck. In einem Schüttelgläschen mit einem gleichen Volum des Wassersgeschüttelt, gab er 8 Proc. an das Wasser ab. Das Gläschen fasste 10CC.Aether und war in lOOstel CC. getheilt, so dass man bequem 200stelablesen konnte.

Ein Stöpselglas, welches bei 14° 11. 11,773 Grm. destülirtes Was-ser fasste, enthielt bei derselben Temperatur 10,622 Grm. Essigäther.Dies giebt ein specifisches Gewicht von 0,9022.

Von diesem Aether wurden 4,4 Grm. in eine Flasche gelassen, wel-che 54 CC. Normalnatron enthielt, und gleich etwas Lackmustinctur zu-gesetzt. Nachdem das wohlverschlossene Glas eine Stunde lang warmgestanden hatte, wurde es geöffnet, und es zeigte sich jeder Geruchnach Essigäther verschwunden , dagegen bemerkte man einen sehr star-ken Geruch nach Birnäther. Reiner Birnäther dagegen gehaltenzeigte denselben Geruch. Wurde die Flüssigkeit von dem Essigätherin einer Schale erwärmt, so erregten ihre Dämpfe starkes Husten, wiedas die Amylverbindungen thun. Die blaue Flüssigkeit wurde nun mitNormalkleesäure violett gemacht, und dazu 6,8 CC. verbraucht. Es wä-