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1 (1859)
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Zweiter Abschnitt. Alkalimetrie (Verschiedene Methoden).

Verschiedene Arten der Methoden.

In der eben beendigten Abtheilung Alkalimetrie wird tnan Gele-genheit gehabt haben, zu bemerken, dass die Analysen nicht alle nachdemselben Princip ausgeführt werden. Es sei deshalb gestattet, hier dieallgemeinen Gesichtspunkte genauer hervorzuheben.

Wir haben in der Maassanalyse zwei wesentlich verschiedene Me-thoden; nämlich die directe Bestimmung und die Restmethode.

Die directe Bestimmung ermittelt die Menge des zu suchenden Kör-pers durch eine Wirkung auf ihn selbst. Die sichtbare Erscheinung trittein, wenn diese Wirkung vollendet ist. So z. B. tritt die rothe Farbedes Chamäleons ein , wenn das Eisenoxydul in Oxyd verwandelt ist; estritt die blaue Farbe des Lackmus ein, wenn das Alkali die Säure gesät-tigt hat. Diese Methode ist der Theorie nach die sicherste, allein sie istnur in den wenigsten Fällen anwendbar. Wenn der zu untersuchendeKörper selbst keine leicht wahrnehmbare Erscheinung darbietet, sobringt man einen gewissen Effect mit einer bestimmten, aber überschüssigen Menge eines andern Körpers hervor, der eine wahrnehmbare Er-scheinung darbietet, und bestimmt nun den Ueberschuss, d. h. den Restdieses Körpers. Diese Methode ist von der ausgedehntesten Anwen-dung. Man hat sein Augenmerk dahin zu richten, dass der Ueberschussnicht zu gross sei, besonders bei kleinen Mengen des zu findenden Kör-pers. Ein Beispiel wird dies am deutlichsten machen. Wenn Braunsteindurch Kleesäure oder Eisen reducirt wird, so ist das Ende dieser Opera-tion nicht zu erkennen, denn der Braunstein erscheint nur als schwarzesPulver inmitten eines rothen oder gelben Pulvers. Je weniger Braunsteinnoch unzersetzt ist, desto schwerer ist es, am Boden des Glases den schwär -zenKörper im rothen zu erkennen. Man kann also diese Operation nichtin der Art vollenden, dass man die Quantität Kleesäure abliest, welchezur Reduction des Braunsteins verwendet worden ist. Setztman aber einen Ueberschuss von Kleesäure hinzu, welcher im Ganzengemessen ist, so findet die Reduction des Braunsteins jedenfalls ganzstatt, und man kann nach Filtration der Flüssigkeit die Menge derKleesäure durch übermangansaures Kali bestimmen, welche zur Re-duction des Braunsteins nicht verwendet worden ist. Indemman diese von der ganzen zugesetzten Menge abzieht, erfährt man diewirklich zersetzte Menge der Kleesäure, welche das eigentliche Maassdes Braunsteins ist. Mau hat also den Rest der Kleesäure gemessenund den verbrauchten Theil berechnet.

Die Restmethode hat einen wesentlichen Vorzug vor der directenMethode, dass sie gestattet, eine grosse Menge von Analysen mit dersel-ben Erscheinung zu beendigen. Wenn man Sauerstoff' abgebende Kör-per, wie Hyperoxyde, oder Wasserstoff anziehende, wie Chlor, Brom,mit Zinnchlorür behandelt, so wird letzteres oxydirt. Den nicht oxydir-ten Theil bestimmt man durch doppelt chromsaures Kali mittelst der