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1 (1859)
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96
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Zweiter Abschnitt. Alkalimetrip. (Säuren.)

lung übrig. loh kann deshalb die von meinem Sohne Carl gefundeneBestimmungsmethode des Säuregehaltes in Holzessig als sehr zweck-mässig empfehlen.

Er kocht den gewogenen oder gemessenen Holzessig mit einer ge-wogenen und überschüssigen Menge kohlensauren Baryts, bis alle Koh-lensäure verjagt ist, dann filtrirt er von dem übrigen kohlensauren Barytab. Die dunkelbraune Lauge mit dem essigsauren Baryt läuft ab undein schwach gefärbter kohlensaurer Baryt bleibt übrig. Man hat nurdie Menge dieses letzteren zu bestimmen. Es geschieht dies durch Ab-messen mit überschüssiger Normalsalpetersäure und Normalnatron.

Es wird nämlich das Filtrum mit dem kohlensauren Baryt in einBecherglas gebracht, Lackmustinctur zugefügt und nun Normalsalpeter-säure, welche das Normalnatron Volum gegen Volum sättigt, hinzu-laufen gelassen, bis nach vollendetem Aufbrausen in der Wärme dieFlüssigkeit hellroth bleibt. Es wird dann mit Normalnatron rückwärtsgegangen und die zu viel zugesetzte Salpetersäure bestimmt. Ein Bei-spiel wird das Nähere zeigen.

Zunächst wurde die Stärke der Normalsalpetersäure in BetrefF deskohlensauren Baryts geprüft.

1 Grm getrockneter reiner kohlensaurer Baryt wurde in über-schüssiger .Salpetersäure gelöst und der Ueberschuss mit dem gleich-werthigen Normalnatron bestimmt. Es waren 10,2 CC. Salpetersäuredurch t Grm. kohlensauren Baryt gesättigt worden. Da 1 Atom=rr 98,6 Grm. kohlensaurer Baryt 1 Litre Normalsäure sättigen, so müs-sen 0,986 Grm. kohlensaurer Baryt 10 CC. sättigen, also 1 Grm. koh-lensaurer Baryt =r= 10,14 CC. Normalnatron. Der Versuch hat aber10,20 CC. gegeben. Es ist also die Salpetersäure, welche auf Natronabgerichtet worden war, welches selbst auf Kleesäure gestellt war, soannähernd genau richtig, als man bei dieser dreifachen Ableitung kaumhätte vermuthen sollen.

Es wurde nun der zuletzt erwähnte Schnellessig, welcher wegenseiner Farblosigkeit auch die directe Sättigung zuliess, zur Controledieser Methode unterworfen.

10 CC. Schnellessig wurden mit 3 Grm. kohlensaurem Baryt ge-kocht. Der ungelöste kohlensaure Baryt erhielt 21 CC. Normalsalpeter-säure und 2,2 CC. Normalnatron, also waren gesättigt 18,8 CC. Nor-malsalpetersäure. Die 3 Grm. kohlensaurer Baryt hatten aber allein30,6 CC. Säure gebraucht^ folglich sind 30,6 18,8 = 11,8 CC. Nor-malsalpetersäure das Maass der wasserleeren Essigsäure, und da wir10 CC. angewendet hatten, halb so viele Procente. Es stellt sich dem-nach in dieser Methode der Gehalt zu 5,9 Proc. wasserleerer Säure,wie oben, heraus.

Da also hier vollständige Uebereinstimmung gefunden wurde, sokonnte die Methode auch auf solche Essige, welche wegen ihrer tiefenFärbung keine directe Abmessung zuliessen, angewendet werden.