Sechstes Capitel. Kali. 51
wenn man 6,911 Grm. davon in Arbeit genommen hat. Im anderenFalle werden die CC. nach der an der Spitze stehenden Tafel berechnet.
Alle neutralen Salze, welche in der Pottasche enthalten sein kön-nen , stören die Erscheinung nicht; denn wenn sie auch von der Probe-säure zersetzt würden, so würde die Wirkung der freigemachten Säureganz gleich der der Probesäure selbst sein. Es können aber keine neu-tralen Salze eher durch die Probesäure zersetzt werden, bis das kohlen-saure Kali selbst zersetzt ist, und dieser Punkt giebt sich durch dieFärbung der Lackmustinctur zu erkennen. Da die Kleesäure wohl beimKochen Chlorwasserstoffsäure austreiben könnte, so ist die Zersetzungnur durch starkes Erwärmen und öfteres Schütteln zu bewirken. Injedem Falle ist die Kleesäure nicht so gefährlich, wie die Schwefelsäure,welche leicht Salzsäure austreiben könnte, aber auch nicht bei starkerVerdünnung.
Aetzkali wirkt wie kohlensaures Kali und wird als solches berech-net. Kommt es darauf an, seine Menge genau zu bestimmen, so genügtdiese Methode nicht.
Kieselsaures Kali wirkt wie kohlensaures Kali, indem die Kiesel-erde in Freiheit gesetzt wird und gemeiniglich in Lösung bleibt. Alleindas kieselsaure Kali wirkt auch in der Anwendung wie kohlensauresKali, mag es nun durch Aetzkalk bei der Seifenbereitung oder durchEssigsäure, Jodwasserstoff'säure oder sonst wie zersetzt werden. Manhat deshalb nicht nöthig, darauf eine besondere Rücksicht zu nehmen.
Schwefelkalium wirkt ebenfalls alkalisch. Man erfährt seine An-wesenheit dadurch, dass die Probe beim U ebersättigen nach Schwefel-wasserstoff riecht. Die Mengen sind im Allgemeinen sehr unbedeutendund auch, wie das kieselsaure Kali, in den meisten Fällen derjenigenMenge kohlensauren Kalis äquivalent, welche durch die zu ihrer Zer-setzung nöthige Menge Probesänre angezeigt wird. Schwefelkaliumgiebt bei der Sättigung mit Säuren reines Kalisalz und selbst bei derSeifenbereitung Seife. Bei der Anwendung der Pottasche verschwindetes bald, wenn sie gelöst ist und verwendet wird. In der amerikanischenPottasche war es sonst in einiger Menge vorhanden, so dass sie stellen-weise roth und gelbroth aussah. Wegen seines seltenen Vorkommensund der Aehnlichkeit seines Verhaltens mit reinem Kali bedarf es keinerbesonderen Berücksichtigung.
Analysen.
1) 2,3035 Grm. chemisch reines kohlensaures Kali ans Weinsteindurch mehrmaliges Umkrystallisiren und Eindampfen in einer silber-nen Schale dargestellt. Die Menge war willkürlich und wurde nachdem Glühen im Platintiegel bestimmt. Das Abwägen bestimmter Men-gen hat bei diesem Körper wegen seiner grossen wasseranziehendenKraft weniger Sicherheit. Es wurden 35 CC. Normalprobesäure zu-