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1 (1875)
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527
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Die Flüsterstiinme.

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durch ein Brett mehr oder weniger vcrschliesst, so wird der Ton merk-lich vocalisch verändert. Der Trichter gibt a, o und u ziemlich deutlich;a bei der grössten, u bei der kleinsten Oeffnung. Die Vocale e und ilassen sich auf diesem Wege nicht erkennbar hervorbringen. Willishat einen andern, flacheren Vocaltrichter construirt, welcher ein erkenn-bares e, aber auch kein i gibt. Es hängt dies damit zusammen, dassdie Bedingungen, welche zum Entstehen des i nöthig sind, nicht erfülltwerden. Erstens müsste, wie dies bei der Mundhöhle geschieht, die Höhledes Trichters in zwei Theile getheilt werden können, und ausserdemkommt noch hinzu, dass beim Hervorbringen des i auf natürlichem Wegedie die Mundhöhle umgebenden Theile viel stärker mitschwingen, als beiandern Vocalen. Das ist auch den Taubstummenlehrern bekannt, undsie lehren den Taubstummen das i erkennen, indem sie seine Hand aufihren Kopf legen, während sie i anhaltend hervorbringen, wo er dannein Schwirren fühlt, welches er nicht wahrnimmt, wenn ein a oder o,oder ein anderer sogenannter offener Vocal lautet.

Die reinen Vocale werden hervorgebracht bei geschlossener Gaumen-klappe ; wenn die Gaumenklappe geöffnet wird, so sind die Vocale nasalirt.Man hat dies bestritten und hat dagegen angeführt, das Oeffnen derGaumenklappe könne es nicht sein, was das Nasaliren hervorruft, weilman ja mit zugehaltener Nase ganz gut nasaliren könne. Man hat aberhier verkannt, was eigentlich das Wesentliche sei. Es ist ja nicht be-hauptet worden, dass das Nasaliren dadurch entsteht, dass die Luft ausder Nase ausströmt. Das Nasaliren entsteht dadurch, dass die Luft inder Nasenhöhle in Mitschwingungen geräth. Wenn ich die Nase zuhalte,so thue ich nichts Anderes, als dass ich ein offenes Ansatzrohr in eingeschlossenes verwandle, in welchem jetzt die Luft im Allgemeinen nochbesser mitschwingt als in einem offenen Ansatzrohre. Dass wirklich beiden reinen Vocalen die Gaumenklappe geschlossen ist und beim Nasalirenofi'en, davon kann man sich überzeugen, indem man die Plamme einesWachsstockes in die Nähe der Nase hält, so dass sie getroffen wird vonLuft, welche aus der Nase kommt, aber nicht von der, welche aus derMundhöhle ausströmt. So lange- man einen reinen Vocal spricht odersingt bleibt die Flamme ruhig, sowie man nasalirt, flackert die Elamme.Ein anderes, noch empfindlicheres Verfahren hat Czermak angegeben.Er bringt einen Spiegel, der hinreichend warm ist, um nicht zu be-schlagen, wenn man ihn an die Haut ansetzt, mit der spiegelnden Elächenach oben gewendet, an die Oberlippe und spricht oder singt einenreinen Vocal; dann beschlägt der Spiegel nicht: beim Nasaliren dagegenentsteht sofort ein Beschlag.

Czermak hat auch gezeigt, dass bei verschiedenen Vocalen dasGaumensegel verschieden stark angezogen wird, am wenigsten beim a,am meisten beim i, dem am meisten geschlossenen Vocal. Der Grunddavon ist leicht einzusehen. Wenn die Luft vorn frei ausfliessen kann,so braucht der Verschluss gegen die Nasenhöhle hin nur ein lockerer zusein; wenn die Luft aber durch einen engen Kanal ausgetrieben werdensoll, so muss das Gaumensegel schärfer hinaufgezogen werden, um einenfesteren Verschluss zu bilden, damit die Luft nicht gegen die Nasen-höhle hin durchbreche und die Luft in derselben in Mitschwingungenversetze. Um das Factum zu beweisen, biegt er einen Draht rechtwinklig