Druckschrift 
1 (1875)
Entstehung
Seite
518
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

518

Der Kehlkopf.

und dadurch das Stimmband gespannt. Diese Bewegung wird ausgeführtdurch einen Muskel, welcher zu beiden Seiten vom Ringknorpel ent-springt und sich mit schräg nach aufwärts und rückwärts verlaufendenFasern an den Schildknorpcl ansetzt. Der Antagonist dieses Muskelsist ein Muskel, welcher zu beiden Seiten von der Innenfläche der Plattedes Schildknorpels entspringt, nach aussen vom wahren Stimmband, nebendemselben und mit demselben verbunden nach rückwärts verläuft undsich an den vorderen unteren Thcil des Giessbeckcnknorpels ansetzt.Dieser Muskel, der Thyrcoarytaonoidous, kann die beiden Insertionen deswahren Stimmbandes einander nähern und die Stimmbänder abspannen,indem er den Schildknorpcl um die vorerwähnte Axe so dreht, dass seinvorderer Theil nach rückwärts und nach oben rückt, vorausgesetzt, dasssein Antagonist* der Musculus crioothyreoideus, den Schildknorpel nichtin einer andern Lage flxirt erhält.

Die beiden Giossbeckcnknorpel setzt ein ziemlich complicirterMuskelapparat in Bewegung, welcher besteht aus den Muse, arytaenoideitransversi und Muse, arytaenoidei obliqui, aus dem Cricoarytacnoidousposticus und lateralis und dem Thyrcoarytaonoidous. Die Muse, arytaenoideitransversi liegen auf der coneaven Kücksoitc der beiden Giessbccken-knorpel und spannen sich von dem äusseren llando des einen Gicssbecken-knorpols zum äusseren Bande des andern hinüber. Wenn sie sich alsozusammenziehen, so haben sie zunächst die Wirkung, dass sie die beidenGiessbeckenknorpel einander nähern. Aehnliohc Wirkung haben auch'die Arytaenoidei obliqui, welche auf den Arytaenoidei transversi liegen.Indem sie vom unteren Winkel des einen Giessbeckcnknorpels entspringenund zum oberen Ende des äusseren Bandes dos andern Gicssbeckenknorpclshingehen, bilden sie ein liegendes Kreuz. Wenn diese Muskeln sichzusammenziehen, so nähern sich die beiden Giessbeckenknorpel einander.Sie haben dabei noch die specielle Wirkung, dass, wenn die oberenEnden der beiden Giessbeckenknorpel mit den auf ihnen sitzendenSantorinisohen Knorpeln, den Cornua laryngis, sich von einander entfernthaben, sie dieselben einander wieder nähern und hierin mit dem oberenTheilc des Arytaonoideus transversus zusammenwirken.

Wenn, man den oberen Ansatz des Arytaenoideus obliquus verfolgt,so findet man, dass ein Theil seiner Easern sich über den äusseren Banddes Giessbeckcnknorpels fortsetzt in ein dünnes Band von Muskelfasern,welches im Ligamentum aryepiglotticum zum Kehldeckel hingeht, undalso, wenn es sich zusammenzieht, den Kehldeckel auf die Giessbecken-knorpel herunterzieht. Die Arytaenoidei obliqui und die beiden Muse,arycpiglottidei können Sie also zusammen als eine Schlinge ansehen,in welche die beiden Giessbeckenknorpel und die Epiglottis eingeschaltetsind. Wenn sich diese Schlinge zusammenzieht, schliesst sie den ganzenKehlkopf zu, indem sie die beiden Giessbeckenknorpel an einander an-nähert und den Kehldeckel auf die Giessbeckenknorpel herunterzieht.Diese Schlinge, welche aus den beiden Arytaenoidei obliqui und denbeiden Arycpiglottidei besteht, bildet also eine Art von Sphincter fürden Kehlkopf.

Weniger einfach ist die Wirkung der M. cricoarytaenoidei posticiund laterales. Der Cricoarytacnoidous posticus entspringt von der hinterenFläche, von der Sicgelplattc des Bingknorpcls und setzt sich an den