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1 (1875)
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Das Ziehen und Tragen des Menschen.

andererseits wird sie wegen ihrer Eleganz an den Pferden durch künstlicheDressur besonders entwickelt.

Wenn das Pferd sich mit möglichster Geschwindigkeit fortbewegenwill, so verfällt es in den sogenannten gestreckten Galopp. Das istwiederum eine Gangart in zwei Tempi, bei welcher sich das Thier, nach-dem es die Vorderfüsse gehoben, mit den Hinterbeinen vom Boden ab-stösst, dann mit den Vorderbeinen aufschlägt, sich mit denselben wiederumvom Boden abstösst und die Hinterbeine nach vorn wirft und dabeisolche Sprünge macht, dass es sehr häufig die Hinterbeine vor den Stellenaufsetzt, von denen es mit den Vorderbeinen abgestossen hat. Es istdies die schnellste Gangart, bei der gute Rennpferde sich mit einer Ge-schwindigkeit von 80 Euss in der Sekunde fortbewegen, also mit einerGeschwindigkeit, wie sie bei uns als mittlere Geschwindigkeit nur diestärksten Gewitterstürme haben. Es ist dies überhaupt diejenige Gangart,in welche die meisten Säugethiere vorfallen, wenn sie gejagt werden,wenn sie sich durch Flucht ihren Verfolgern entziehen wollen.

Wenn ein Arbeitsthier durch Zug wirkt, so kann man es dabei be-trachten als ein in seinen Winkeln bewegliches Parallelogramm, dessenGrundlinie am Boden liegt, dessen beide absteigenden Seiten durch dieExtremitäten des Thieres dargestellt werden, und dessen obere Paralleledargestellt wird durch den Rumpf des Thieres. Wenn man sich ein solchesParallelogramm in seiner oberen Parallele belastet denkt, und wenn Siesich die durch die Beine dargestellten Parallelen nicht senkrecht, sondernschräg von oben und vorn nach unten und hinten gerichtet denken, sowird die belastete obere Parallele, also der Rumpf des Thieres, durchdie Last nach vorn gedrängt werden. Denken Sic sich ihn mit einer Last,welche fortzubewegen ist, z. B. mit einem Wagen verbunden, so wirddieser fortgezogen werden. Diese Bewegung erzeugt sich dadurch immervon neuem, dass die Beine immer wieder nach vorwärts gesetzt und durchMuskelaction gerade gerichtet, gestreckt werden, also Schritt für Schrittdas Parallelogramm immer wieder, von Neuem aufgebaut wird.

Dieser Vergleich mit dem Parallelogramme lehrt, wesshalb bei einemZugthicre das absolute Gewicht des Körpers so sehr in Betracht kommt. Esist allgemein bekannt, dass für den schweren Zug auch schwere Thieregebraucht werden, und man bringt das gewöhnlich nur in Zusammenhangmit der grösseren Muskelkraft dieser schweren Thiere. Diese ist abernicht allein von Bedeutung, sondern das schwere Pferd arbeitet imschweren Zuge unter viel günstigeren Verhältnissen als das leichte, weil esmit der Last seines eigenen Körpers am Zuge wirkt. Ein leichtes Pferdmuss sich viel mehr nach vorwärts neigen, es muss viel mehr, wie dieFuhrleute sagen, lang werden, wenn es mit derselben Kraft ziehen soll,mit der ein schweres Pferd schon in einer ziemlich natürlichen und be-quemen Stellung zieht.

Das Ziehen und Tragen des Menschen.

Die Vierfüssler ziehen beim Zuge wesentlichen Vortheil daraus, dasssie vier Stützpunkte haben; der Mensch ist wenig für den Zug geeignet,weil er nur zwei Stützpunkte hat, und sein Körper senkrecht aufdiesen zwei Stützpunkten aufgebaut ist. Man sieht deshalb auch, dass