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1 (1875)
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Locomotion der Thiere.

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nicht gesprungen wäre, vorniibergei'allen wäre, und es schnellt sich jetztab, indem es die Gelenke streckt, so wird es nicht gerade nach aufwärts,sondern schräg nach oben und vorn geschnellt, und je stärker die ^Neigungist, desto grösser wird die Sprungweite, desto grösser wird die transla-forische Geschwindigkeit, die Anfangsgeschwindigkeit der Bewegung inhorizontaler Richtung. Die Bewegung in horizontaler Richtung kannferner nach dem Gesetze der Trägheit noch dadurch verstärk! werden,dass das Individuum seinem Körper vorher schon eine gewisse Geschwin-digkeit in horizontaler Richtung gibt, was es dadurch hervorbringt, dasses einen Anlauf nimmt, ehe es springt.

Locomotion der Thiere.

Die Locomotion der Thiere mit vier Extremitäten ist viel com-plicirter. Wir wollen hier ganz absehen von den niederen Wirbelthieren,wir wollen nur von den Säugethicren sprechen, namentlich von solchen,welche uns durch ihre Locomotion dienstbar sind.

Bei diesen unterscheidet man den einfachen Schritt, eine Gangartin vier Tempi. Bei diesem Gange wird erst der eine Vorderfuss, dannder demselben diagonal gegenüberliegende Hinterfuss, dann der andereVorderfuss und dann der diesem diagonal gegenüberliegende Hinterfussbewegt. Verschieden davon ist der Baas, der darin besteht, dass zweiExtremitäten derselben Seite gleichzeitig nach vorwärts gesetzt werden.Es muss' hier, ähnlich wie dies auch in grösserem oder geringerem Gradebeim Menschen stattfindet, eine seitliche Bewegung gemacht werden, daeinmal die Extremitäten der einen Seite, das andere Mal die Extremitätender anderen Seite als Stützpunkte dienen. Der Körper dos Thieres be-wegt sich also nicht in gerader Richtung nach vorwäts, sondern er machtBewegungen hin und her. Diese Gangart ist bei einzelnen Thieren, wiebei den Giraffen, die natürliche, andere verfallen in dieselbe, wenn siesich schneller fortbewegen wollen. Auch Elefanten und Kameele sindPassgänger. Bei den Pferden sieht man das Passgehen bei uns als eineUnart, an, die man ihnen abzugewöhnen sucht. Die südamerikanischenLandleutc, die wegen des Mangels an Landstrassen noch viel zu Pferdereisen, sind darüber anderer Meinung: sie gewöhnen ihren Pferdengeflissentlich den Pass an, weil sie damit ziemlieh schnell fortkommen,und weil die Bewegung eine für den Reiter weniger angreifende ist, alswenn die Thiere im Trabe gehen.

Der Trab ist eine Gangart, welche nicht mehr dem Gehen, sonderndem Laufen des Menschen entspricht. Es werden darin die Beine diagonalzusammengeordnet vorwärts gesetzt in zwei Tempi,; dabei aber stösst sichdas Thier vom Boden ab. Beim Trabe weicht der Körper des Thieresnicht seitlich aus, sondern er macht Bewegungen von oben nach unten,und daher kommt die unangenehme stossende Bewegung des Trabes.

Der Galopp ist eine Gangart in drei Tempi, indem das Thier erstdas eine Vorderbein und dann das andere Vorderbein aufhebt, sich aufdie Hinterbeine aufstemmt, sich dann mit den Hinterbeinen abstösst undnun die Vorderbeine in derselben Reihenfolge niedersetzt, in der dieselbenerhoben wurden. Die Gangart ist insofern als eine natürliche zu be-trachten, als man sie schon an jungen Pferden in der Koppel sieht;

Brücke. Vorlesungen I. 2. Aufl. 33