Stellen, Gehen. Lauten.
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Lage gestreckt zu erhalten : denn die beiden Knochen stehen jetzt so,dass sie bereits einen Winkel nach hinten machen, dass sie also vonoben belastet nicht mehr nach vorn ausweichen können. Etwas Aehn-liches findet im Hüftgelenke statt. Sie wissen, dass, wenn Sie das ge-streckte Hüftgelenk nach vorne durchbiegen wollen, dies nur bis zueinem gewissen Grade möglich ist: wenn Sie das Bein weiter nach hin-ten bringen wollen, so müssen Sie den Körper nach vorn überneigen.Das geschieht deshalb, weil jetzt schon das Ligamentum ileofemoralegespannt ist, welches vom oberen Pfannenrande und über demselbenunter der Spina ossis ilei anterior inferior entspringt, vor dem Gelenks-kopfe nach abwärts geht und sich mit divergirenden Fasern an derLinea intertrochanterica anterior anheftet. Wenn Sie also auf beidengestreckton Beinen stehend das Becken so weit nach vorn bringen, dassdieses Ligament auf beiden Seiten angespannt wird, wenn Sie ferner dasKniegelenk so weit nach hinten durchbiegen, dass das Ligamentum cru-ciatum anticum angespannt wird, so bedürfen Sie weiter keiner Muskel-action, um den Körper in diesen Gelenken aufrecht zu erhalten. G. H.Meyer sagt deshalb mit Recht, dass der Rumpf beim ruhigen und mög-lichst passiven Stehen am Ligamentum ileofemorale gewissermassen auf-gehängt sei.
Beim Stehen auf beiden Füssen fällt die Schwerlinic zwischen diebeiden Füssc. So lange sie sich hier befindet, kann ich kein Bein vomBoden aufheben, denn sobald ich einen Fuss vom Boden aufheben sollte,würde mein Schwerpunkt nicht mehr unterstützt sein, ich würde nach derbetreffenden Seite hcrüberfallcn. Wenn ich aber den Körper so weit aufeine Seite herüberbringe, dass die Schwerlinie nicht mehr zwischen beideFüssc, sondern in die Sohle eines Fusscs fällt; so kann ich nun dasandere Bein aufheben, es wird für die Bewegung frei. In solcher Stel-lung unterscheidet man das eine Bein, das, in dessen Sohle die Schwer-linie fällt, als das Standbein, das andere, welches frei ist für die Bewegung,welches nicht mehr zur Unterstützung des Körpers dient, als das Spiel-bein. Wenn Sic den Körper so weit nach vorwärts neigen, dass dieSchwerlinie den Ballen des Standbeins passirt, so würden Sic, wenn Sienoch weiter nach vorn gehen, nicht mehr unterstützt sein, wenigstenswürden Sic darauf angewiesen sein, sich mühselig mit Ihren Zehen zuunterstützen: wenn Sie aber das Spielbein in diesem Augenblicke vomBoden lösen, so schwingt es, da es im Hüftgelenke frei beweglich ist,nach den Pendclgesetzcn nach vorwärts, und wenn Sie es in seinerElongation nach vorwärts auf den Boden setzen, so gewinnen Sic dadurcheinen neuen Stützpunkt; Sie sind nach vorwärts gefallen, aber zum Glückauf ihre eigenen Füssc oder vielmehr auf das neue Standbein. Jetztmachen Sie das Bein, welches früher Standbein war, zum Spielbeine,Sie neigen sich wieder nach vorn, so dass die Schwerlinie den Ballendes Fusses passirt, Sie lassen das andere Bein nach vorwärts schwingen,setzen es auf, gewinnen einen neuen Stützpunkt u. s. w. Das ist dieMechanik des Gehens.
Das Gehen ist also gewissermassen ein fortwährendes Fallen nachvorn, was immer dadurch verhindert wird, dass das vorwärtsschwingendeBein einen neuen Stützpunkt gewinnt. Das Bein schwingt dabei nachden Pendelgesetzen und jeder Mensch hat deshalb eine natürliche Schriü-