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Die Respirationsbewegiingen.
allgemein ist; es scheint, dass es zwar häufig, aber nicht immer derFall ist.
Pur die ruhige Exspiration sind keine Muskeln thätig, wie für dieruhige Inspiration. Die ruhige Exspiration erfolgt durch elastischeKräfte. Indem inspirirt worden ist, sind Spannkräfte erzeugt worden,erstens indem die Bauchdecken stärker gespannt wurden, zweitens indemdie in den Baucheingeweiden enthaltenen Gase zusammengedrückt wurden,und endlich sind Spannungen erzeugt worden in dem in seinen Wändenmehr oder weniger biegsamen Thorax. - Wenn die Contraction der In-spirationsmuskeln nachlässt, so setzen sich die in dieser Weise ange-häuften Spannkräfte wieder in lebendige Kraft um, der Thorax, dieBaucheingeweide und das Zwerchfell gehen wieder in die Exspirations-lage über. Dass dem so sei, erhellt schon daraus, dass bei Sterbendender Thorax in die Exspirationslage übergeht. Es ist zwar neuerlich be-hauptet worden, dass man an Leichen eine Mittellage finde, zwischenInspirationslage und Exspirationslage. Das bezieht sich aber auf dieZeit der Todtenstarre und auf die Wirkung gewisser Bewegungen, dersogenannten Sommer'schcn Bewegungen, von welchen wir später nochsprechen werden. Unmittelbar nach dem Tode tritt immer die ruhigeExspirationslage ein, freilich nicht die gewaltsame Exspirationslage,welche man hervorrufen kann, wenn man eine Reihe von Muskeln zu-sammenzieht, die einerseits die Baucheingeweide zusammendi-ücken unddadurch das Zwerchfell in die Höhe treiben, andererseits die Rippennach abwärts ziehen und dadurch den Thorax verengern. Diese werdennur dann in Thätigkeit versetzt, wenn gewaltsam, wenn mit einemHinderniss exspirirt wird, wenn geblasen oder gehustet oder geniest wird,oder wenn man aus irgend welchem Grunde seine Lunge so viel alsmöglich von der darin enthaltenen Luft entleeren will. Es sind dies,wie Sie leicht einsehen werden, die Bauchmuskeln, der Quadratus lum-borum, der Sacrolumbalis, der Serratus posticus inferior u. s. w., kurzalle Muskeln, welche einerseits die Bauchhöhle verengern können, unddadurch mittelst der Eingeweide das Zwerchfell in die Höhe treiben,andererseits die Rippen nach abwärts ziehen und dadurch den Quer-durchmesser und den Tiefendurchmesser desThorax, den Durchmesser von vorn nachhinten, verkleinern. Die Wirkung aller dieserMuskeln ist leicht verständlich und ergibtsich schon aus der anatomischen Betrachtungderselben. Anders verhält es sich mit denIntercostalmuskeln, deren Wirkung nicht aufden ersten Anblick gleich verständlich ist.In früherer Zeit hat man im Allgemeinenschlechtweg die Intercostales externi fürInspirationsmuskeln und die Intercostalesintorni für Exspirationsmuskeln erklärt. Dasberuht auf einem Schema, welches der altePhysiolog Hamb orger aufgestellt hatte.Er stellte sich je zwei benachbarte Rippenals zwei Schienen a b und c d vor, welche Thcile eines Parallelogrammesbilden. Dann waren die Fasern der Intercostales externi von hinten
Fig. 44.