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1 (1875)
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Der Speichel.

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dextrin allein gebildet wird, oder ob die Veränderung noch weiter fort-schreitet bis zur Bildung von Achroodoxtrin und Zucker. Aber währenddiese Bildung sieh einleitet und stattfindet, wird auch der Säuregrad imMagen steigen, und dem entsprechend kann der weiteren Einwirkungdes Speichels ein Hinderniss, eine Grenze gesetzt werden.

Die chemische Untersuchung des Speichels hat bis jetzt keinenAufschluBS über die .Natur des sogenannten Speicholfermentes gegeben.Man hat, indem man den Speichel mit Alkohol fällte, daraus einenflockigen Niederschlag erhalten, dem noch die umsetzende Wirkung an-haftet. Wenn man ihn in Wasser auflöst, so kann man damit nochwieder Stärke in Dextrin und Zucker umwandeln. Man bezeichnetediesen Körper als Speichelstoff oder Ptyalin. Man weiss aber jetzt hin-reichend , dass dies keine einfache Substanz ist, sondern ein Gemengevon Mucin und einer Beihe von unbekannten Körpern. Man weiss, dassdie Menge der festen Bestandtheile im Speichel überhaupt sehr geringist, im Durchschnitte nicht einmal 1%, nur etwa 8 pro mille beträgt.Man weiss, dass darin etwas Bhodankalium (Schwefeleyankalium) ent-halten ist, was man durch Zusatz einiger Tropfen einer sehr verdünntenLösung von Eisenchlorid und die dabei entstehende goldgelbe bis orange-rothe Farbe nachweisen kann. Aber das gibt keinen Aufschluss überdie merkwürdige und schnelle Wirkung, welche der Speichel auf ge-kochte Stärke ausübt.

Wenn man den Speichel mikroskopisch untersucht, so findet mandarin eine grosse Menge von abgestossenen Pflasterzellen, von dem ge-schichteten Pflasterepithel, mit welchem die Mundhöhle ausgekleidet ist.Es sind dies grosse, in ihrer Grundform sechseckige, aber häufig auchsehr unrcgclmässig gestaltete, schollcnförmigo Zollen mit einem im All-gemeinen ovalen Kerne. Ausserdem findet man darin die sogenanntenSpeichelkörperchen. Es sind dies nackte, kugelrunde Zellen, sie habeneinen mehrfachen Kern, einen sogenannten Kernhaufen, und sind ganzdurchsetzt mit feinen Körnchen, die darin eine lebhafte Molekular -bewegung zeigen. Sie sind beiläufig gesagt eines der besten Probcobjecteund ein Probcobjcct, das man immer zur Hand hat, wenn man die Güteeines Mikroskopcs prüfen will. Ein gutes Mikroskop muss schon beimassiger Vergrösserung die Molokularbewcgung in diesen Speichelkörper-chen deutlich zeigen, und bei starker Vergrösserung müssen die Körnernoch scharf begrenzt, nicht wie von einem grauen Hofe umgebenerscheinen. Wenn die Speichclkörper eine Zeit lang unter dem Mikroskopegelegen haben, so hört die Molckularbewegung auf, die Formen werdenunregelmässig, und die Zellen sterben ab. Zum Theil zerplatzen sie auch,stossen einen Theil der Körnchen aus, und die übrigen bleiben dann inBuhe. Plötzlich kann man diese Veränderung hervorbringen, wenn manelectrische Schläge hindurchlcitet. Wenn man die Schläge eines Magnet-clcctromotors hindurchlcitet, so zerplatzt ein Theil dieser Speichelkörper-chen, ähnlich wie ein Mollusk, das sich zusammenzieht, sein eigenesGcfässsystcm zersprengt, und sein Blut und seine Säftemassc herausspritzt.So tritt auch hier die Flüssigkeit mit den Körnern heraus, die Körnerbewegen sich noch eine Zeit ausserhalb, und dann kommt Alles zur Bnhe.Aber auch die andern, die nicht zerplatzen, sterben ab unter den Schlägendes Magnetelectromotors, und die Molckularbewegung hv ihnen hört auf.

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