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1 (1875)
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226
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Die Kohlehydrate.

Dextrin führt. Er führt den Namen Dextrin, weil er die Polarisations-ebene nach rechts dreht. Es ist dies keine ihm besonders zukommendeEigenschaft: es dreht auch die lösliche Stärke, es dreht auch ein Theilder Zuckerarten die Polarisationsebene nach rechts; aber als man diesenKörper zuerst näher untersuchte, fiel sein starkes Drehungsvermögennach rechts hin auf, und deshalb hat man ihm den Namen Dextringegeben. Dieses Dextrin hat die Eigenschaft eines Gummi, es löst sichim Wasser zu einer klaren, im concentrirten Zustande klebrigen Flüssig-keit auf und wird deshalb auch in der Industrie als Surrogat für Gummigebraucht, als Mittel zum Appretiren. Es hat einen faden Geschmackwie das Gummi, es wird wie das Gummi durch Alkohol und auch durchEisessig aus seinen wässerigen Lösungen herausgefällt u. s. w. DiesesDextrin wird für den technischen Gebrauch in verschiedener Weise dar-gestellt. Es wird erstens einfach durch Rösten der Stärke dargestellt:das ist das Dextrin, das für gewöhnlich in den Handel kommt und zumAppretiren gebraucht wird. Es wird die Stärke entweder in Trommeln,ähnlich denen, welche man zum Kaffeebreunen braucht, oder in andernVorrichtungen geröstet, bis sie sich bräunt und bis sie in Wasser löslichwird. Dieses Dextrin ist ein Gemenge aus Cellulose, aus Erytkrogranu-lose, aus löslicher Stärke und aus Dextrin. Da dieses käufliche Dextrinnoch grosse Mengen von löslicher Stärke enthält, so färbt es sich in derRegel in seinen wässerigen Lösungen mit Jod blau oder violett. Reinerist ein anderes Dextrin, welches in Frankreich nach der Angabe vonPayen bereitet wird. Man rührt zuerst die Stärke mit kleinen Men-gen von verdünnter Salpetersäure zu einem Brei an und formt darausflache Kuchen: diese werden getrocknet und, nachdem man sie zer-kleinert , schwach geröstet. Wenn Sie dieses Dextrin mit sehr ver-dünnter Jodlösung (man wendet für alle diese Versuche am besten eineLösung von Jod in Jodkaliumlösung an) versetzen, so sehen Sie, dass essich schön roth färbt. Je reiner das Dextrin ist, je mehr es von löslicherStärke frei ist, um so mehr färbt es sich roth, je mehr lösliche Stärkenoch darin enthalten ist, um so mehr färbt es sich violett. Diese Farbenfallen aber bei Gemengen von Dextrin und löslicher Stärke verschiedenaus, je nachdem man viel oder wenig Jod hinzusetzt. Wenn man sicheine sehr verdünnte Jodkaliumjodlösung bereitet, und davon zu einemGemenge von Dextrin und löslicher Stärke hinzusetzt, so färbt sich zuerstdie Flüssigkeit rein blau: wenn man aber dann mit Wasser weiter ver-dünnt, so dass das Blau blass wird, und setzt nun noch einen TropfenJodlösung hinzu u. s. w., so kommt man zuletzt an einen Punkt, wo inder blassblauen Flüssigkeit auf Zusatz der Jodlösung nicht mehr eineblaue, sondern eine rothe Wolke entsteht. Das beruht einfach auf Fol-gendem : Die lösliche Stärke hat eine viel grössere Verwandtschaft- zumJod als das Dextrin: so lange also wenig Jod da ist, nimmt die löslicheStärke alles Jod für sich in Anspruch: erst wenn sie sich mit dem Jodvollständig zu Jodstärke verbunden hat, dann geht bei weiterem Zusatzvon Jodlösung das Jod an das Dextrin und bringt nun die rothe Färbunghervor. Es ist leicht das Erythramylum, das früher immer mit dem Dextrinverwechselt ist und für ein Umwandlungsproduet der Stärke gehaltenwurde, von dem Dextrin zu unterscheiden. Wenn man aus einem Ge-menge von Dextrin, löslicher Stärke und Erythramylum die lösliche