Die Herzklappen.
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versperren. Nun denken Sie sich, Sie hätten an einem solchen Röhren-ventil jedorscits ein Stück ausgeschnitten, so dass es zwar an seinemeingeklemmten Ende noch eine Röhre bleibt, an dem mit Fäden befestig-ten aber in zwei Lappen ausgeht. Es würden sich dann, wenn die Flüssig-keit zurücküiesst, die beiden Lappen an einanderlcgen und auf diese"Weise einen Verschluss bilden. Das ist das Bild der Valvula mitralis, dieihren Namen von den beiden zungenförniigen Lappen hat, welche mitden beiden heraufgeschlagcnen Theilen einer Bischofsmütze verglichenwurden. Die Fäden, welche die Klappen am Durchschlagen hindern, sinddie sogenannten Chordae tendineae, welche von der Klappe aus zumgrössten Theil zu den Papillarnruskeln, zum kleinen Theile auch zuprominirenden Fleischbalken an der inneren Seite des Ventrikels gehen.Welche Bedeutung hat es, dass die Chordae tendineae fast sämmtlich anPapillarnruskeln befestigt sind ?
Das hat einen wesentlichen Nutzen für die Fixirung der Klappewährend der Systole des Ventrikels. Denken Sie sich die Sehnenfädeneinfach zur Herzwand gehend, und denken Sie sich den Ventrikel sichzusammenziehen, so wird die Höhle des Ventrikels nicht nur enger,sondern sie wird auch kürzer werden: wenn also die Sehnenfäden einfachzur Wand gingen, so würden die betreffenden Theile der Wand umebenso viel in die Höhe, das heisst dem venösen Ostium näher rücken,als der Ventrikel sich verkürzt, und die Folge davon würde sein, dassein neuer Spielraum für die Klappen entstände, und dass dieselben gegenden Vorhof hinausgedrängt werden könnten. Dabei würde die vollständigeEntleerung des Ventrikels unmöglich sein. Nun gehen aber die Fädennicht einfach zur Herzwand als solcher, sondern sie gehen zu denPapillarmuskeln, und während das Herz sich verkürzt, verkürzen sichauch die Papillarmuskeln, während durch die Verkürzung des Herzens dieBefestigung der Chordae tendineae gehoben wird, wird sie durch dieVerkürzung der Papillarmuskeln wieder nach abwärts gezogen, und sogeschieht es, dass die Klappen nicht nur nicht durchschlagen, sonderndass sie wahrscheinlich gegen das Ende der Systole noch etwas nachabwärts gegen den Ventrikel zu gezogen werden.
Die Papillarmuskeln stehen dabei nicht unter dem Lappen derKlappe, sondern sie stehen immer in den Zwischenräumen zwischen denLappen der Klappe. Es hat dies den Nutzen, dass die Richtung desZuges günstiger wird. Würden die Papillarmuskeln unter dem Lappender Klappe stehen, so würde es in dem Zuge der Fäden eine Componentegeben, die die Lappen der Klappe von einander zu entfernen sucht. Jetztaber, wo die Papillarmuskeln in den Zwischenräumen zwischen je zweiLappen stehen, wirkt die eine Componente nach abwärts, und die anderewirkt in der Richtung gegen die andere Klappe hin, so dass die letztereComponente die Ränder der beiden Klappen nicht von einander, sonderngegen einander zieht.
Nicht minder lehrreich ist die Art der Befestigung an der Klappe. DieSehnenfäden setzen sich nicht nur an den Rand der Klappe, sondern sieverzweigen sich, bilden Arkaden, und heften sich so zwar nicht auf derganzen, aber doch auf einem grossen Theile der unteren Fläche derKlappe an. Das hat einen wesentlichen Nutzen für die Sicherung derLage der Klappen während der Systole. Wenn sie sich nur am Rande