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1 (1875)
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134
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Die Herzklappen.

Klappen vom Ventrikel getrennte Aortenwurzcl einen Trichter bindet undWasser in denselben hineingiesst. Wenn Sie die Aorta vom Ventrikel ausaufschneiden, so sehen Sie die drei Taschen neben einander liegen. WennSie eine dieser drei Taschen ansehen, so werden Sie bemerken, dass sichin der Mitte des Bandes eine kantige, verdickte Stelle befindet, derNodulus Arantii. Jeder der drei Noduli füllt mit seinen Kanten 120°, sodass alle drei mit einander 360° ausfüllen und so im Centrum dennöthigen Verschluss bilden. Zu jeder Seite des Nodulus sehen Sie einenHalbmond, in dem die Klappe bedeutend dünner ist als in ihren übrigenPartien. Dieser Halbmond entspricht demjenigen Theile, in welchem sichbeim Verschluss der Klappen Klappe mit Klappe berührt. Der übrigeTheil der Klappe aber, der dickwandiger ist, entspricht derjenigen Partie,welche beim Verschluss der Klappe gegen den Ventrikel hin gewendetist. In dem dünneren Theile der Klappe können Löcher vorkommen, ohnedass hiedurch die Klappe insufficient wird. Beim Entstehen solcherLöcher schliesst in der ersten Zeit die Klappe noch, später, wenn dieOeffnung grösser wird, und die Klappe sich auszerrt, regurgitirt Blutans der Aorta in den Ventrikel. Wenn man eine grössere Anzahl vonAortenklappen durch Eingiessen von Wasser auf ihre Verschlussfähigkeit,ihre Sufficienz prüft, so wird man unter denen, welche sich alssufficient erwiesen haben, hinterher nach dem Aufschneiden und sorg-fältigen Untersuchen gar nicht selten solche finden, bei denen eine oderdie andere in ihrer verdünnten Partie ein Loch aufweist.

Die Klappen der Pulmonalarterie sind ganz ebenso beschaffen wiedie Klappen der Aorta; sie sind nur dünner, schwächer, in Ueberein-stimmung damit, dass der Druck in der Arteria pulmonalis niemals sohoch steigt wie in der Aorta.

Es ist klar, dass die Semilunarklappen sich schliessen, sobald dieVentricularsystole aufhört. Solange der Ventrikel sich zusammenzieht,treibt er Blut in die Aorta, beziehungsweise in die A. pulmonalis hinein.Der Druck ist also im Ventrikel grösser als in den Arterien, folglichmuss auch die Klappe noch offen sein. Sobald aber der Druck imVentrikel nachlässt, sobald die Muskelfasern des Ventrikels erschlaffen,wird der Druck in der Aorta, beziehungsweise in der A. pulmonalisgrösser, das Blut macht eine rückgängige Bewegung und hiedurch wer-den die Klappen geschlossen. Die Klappen bewegen sich dabei passiv,wie ein Körper, der im Wasser flottirt. Wir werden später noch einmalauf die Mechanik dieser Klappen zurückkommen.

Eine andere Art der Ventile sind die Atrioventricularklappen, dieValvula bicuspidalis und die Valvula tricuspidalis. Sie sind weniger einfachund können weniger leicht auf gewöhnliche mechanische Vorrichtungen zu-rückgeführt werden. Am besten lassen sie sich noch mit E. H. Weber ausdem Röhrenventile ableiten. Denken Sie sich, Sie hätten zwei Röhren mitden Enden in einander gesteckt und eine kurze häutige Röhre zwischenihnen eingeklemmt, deren anderes freies Ende Sie durch Fäden befestigen,so dass sie nicht in die engere Röhre zurückgestülpt werden kann. Dannwird Wasser aus der engeren Röhre in die weitere ohne Hindernissfliessen, sobald dasselbe sich aber in der entgegengesetzten Richtungbewegen will, so wird eB die schlaffen und nachgiebigen Wände derhäutigen Röhre gegen einander drücken und sich hiedurch den Weg