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1 (1875)
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128
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Das Bindegewebe.

Tiefe des Herzfleisohcs, dann in die Scheidewand hinein und kommenim andern Herzen irgendwo an der inneren Oberfläche zum Vorschein. ZurHerzaxe der Länge nach verlaufende Fasern treten, wenn man ihnen ander Oberfläche gegen die Herzspitze folgt, hier in die Tiefe und gelangenzur inneren Oberfläche, um dort zu endigen. Indem sie sich hierbeizwischen andern, die von einer andern Seite kommend einen ähnlichen"Weg machen, hindurchschieben, entsteht der Herzwirbel.

Ein vierter Satz endlich sagt aus, dass es im Herzen keine innerenSehnen gibt, das heisst, es gibt im Herzen keine bindegewebigen oderfibrösen Massen, in welchen die Muskelfasern in Masse endigen. Dieeigentlichen Ursprünge, beziehungsweise Endigungen, sind immer einerseitsan den Ostien, und andererseits an der inneren Oberfläche des Herzens,speciell in den Papillarmuskeln, und an anderen Stellen, von welchenSehnenladen zu den Klappen gehen.

Obgleich es nun keine inneren Sehnen, kein compactes Bindegewebeoder fibröses Gewebe im Herzfleische gibt, so ist doch das ganze Herz-fleisch mit Bindegewebe durchzogen, welches zwischen den einzelnenMuskelbündeln liegt. Mit diesem Bindegewebe verlaufen überall die Ge-fässe, wie dies ja überhaupt in allen Organen der Fall ist, wo immer einfeines Stroma von Bindegewebe, sogenanntes interstitielles Bindegewebe,zwischen den wesentlichen Theilen der Organe hindurchgeht und gewisser-massen als Grundlage für die sich im Innern der Organe verbreitendenGefässc dient. Dieses Bindegewebe geht nun nach aussen in eine compactePlatte über, welche auch mit elastischen Fasern reichlich verschen ist, indas sogenannte Pericardium, oder vielmehr das sogenannte viscerale Blattdes Pericardiums, und nach innen geht es in eine gleichfalls compacte,,aber schwächere Platte über, welche die innere Oberfläche des Herzens be-kleidet und den Namen des Endocardiums führt. Um diese Bildungenbesser zu verstehen, müssen wir einen kurzen Blick auf das Bindegewebeüberhaupt werfen.

Das Bindegewebe.

Mit dem Namen Bindegewebe im weiteren Sinne des Wortes undmit dem Namen leimgebendes Gewebe bezeichnet man drei Formationen,das sogenannte gemeine Bindegewebe, das fibröse Gewebe und die orga-nische Grundlage der Knochen. Alle drei haben das mit einander gemein,dass sie beim Kochen Leim geben, eine Substanz, die dem Gewichtenach in Hunderttheilen zusammengesetzt ist aus

50,0 Kohlenstoff,6,5 Wasserstoff,

17,5 Stickstoff,

26,0 Sauerstoff,(1 pro mille) Schwefel und Aschenbestandtheilen, sich in warmem Wasserlöst, in concentrirter Lösung beim Erkalten gelatinirt, von Tannin, aberweder von Blutlaugensalz noch von basischem oder normalem essigsauremBlei gefällt wird und sich von einer ähnlichen aber stickstoffärmerendurch Kochen von Knorpeln erhaltenen Substanz, dem Chondrin, dadurchunterscheidet, dass sie nicht wie die letztere von Säuren gefällt wird,und dass sie bei der Zersetzung durch Schwefelsäure Leucin und