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2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Bntwic'kelQng der IfnsVelfasern.

Entwiclielnng der Muskelfasern.

Etwas näher kennt man die Entwickelung der Muskelfasern imEmbryo. Die Bildung der Herzmuskelfasern geht nach den Untersuchungen,die O'Leary im hiesigen Laboratorium vorgenommen hat, folgendermassenvon statten. Man findet im Herzen von Schweinsembryonen in einemgewissen Stadium spindelförmige Zellen, die in der Mitte einen etwasverlängerten Kern haben. In diesen spindelförmigen Zellen bilden sichzuerst an der Oberfläche Sarcous Clements aus, die schon regelmässig inLängs- und Querreihen angeordnet sind, wie sie später im quergestreiftenMuskel die Fibrillen einerseits und die Bowinann'schen Scheiben anderer-seits darstellen. Diese Umwandlung der ursprünglichen Zellsubstanz ineine gegliederte, aus Sarcous eloments und einer isotropen Zwischen-substanz bestehende Masse schreitet allmälig von aussen gegen dasInnere vor. Im Innern bleibt aber ein spindelförmiges unmetamorpho-sirtes Stück, das aus dem Kerne mit etwas Protoplasma an seinen beidenEnden besteht. Das ist es, was man >mit dem Namen eines Muskelkör-perchens bezeichnet. Bei den Muskeln mancher anderer Thiere, z. B. invielen Muskeln von Arthropoden, bleibt in der Axe der Muskelfaserdurchlaufend eine solche kernhaltige Protoplasmamasse zurück, die nichtin eigentliche Muskelsubstanz umgewandelt wird, während die Muskel-substanz den Mantel des Muskelcylinders bildet. Es muss übrigens- be-merkt werden, dass das Herz sich bereits contrahirt zu einer Zeit, wodiese Metamorphose noch nicht vor sich gegangen ist, wo noch keineSpur von Sarcous elements im Herzen zu sehen ist, sondern wo dasganze Herzfieisch noch aus nackten Zellen besteht.

In ähnlicher Weise geht auch die Entwickelung der Skeletmuskelnvon statten, nur dass bei den Säugethieren uud beim Menschen das Proto-plasma sich nicht rings um den Kern herum metamorphosirt, sondernseitlich von demselben, so dass der Kern nach aussen an der Scheide zuliegen kommt. Anfangs ist er häufig in die metamorphosirte Substanz ein-gebettet. Man findet platt, bandartig angelegte Skeletmuskeln, bei denendie Fibrillen auseinanderweicheu und den Kern zwischen sich nehmen;beim weiteren Wachsthurn in die Dicke aber kommt er excentrisch zuliegen und. wird zuletzt gegen das Sarkolemma hin hinausgedrängt. DieBildung der Fasern geht nach Einigen so von statten, dass mehrere Em-bryonalzellen miteinander zu einer verschmelzen und auf diese Weiseeine Faser bilden, nach Andern so, dass eine Embryonalzelle eine Muskel-faser anlegt und sich immer weiter verlängert, dadurch, dass sie weiterauswächst, einen Spross bildet mit einem neuen Kern, wieder auswächstu. s. w., und das Protoplasma dieser ganzen Zellenfamilie, die sich aufdiese Weisung durch Sprossung der Länge nach vermehrt hat, sich schliess-lich in quergestreifte Muskelsubstanz umwandelt. Es ist dies eine Contro-verse, deren Entscheidung deshalb grosse Schwierigkeiten macht, weilja das Protoplasma der einen Embryonalzelle so eng mit dem der anderenverbunden ist, dass man im lebenden Zustande die Grenzen gar nichtsieht, und sich erst nach dem Erhärten in Erhärtungsfiüssigkeiten die ein-zelnen Zellengrenzen erkennen und die einzelnen Zellen von einanderisoliren lassen. Erinnern Sie sich daran, dass beim Ureter dasselbe selbst