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Dift Knochen.
Lichte herrühre, welches von der weissen Kalksubstanz reflectirt würde.Der Grund war aber ein ganz anderer. Diese Knochenkörperchen sind Hohl-räume, und zwar sind es die Hohlräume, in welchen die Reste derjenigenZellen liegen oder lagen, welche den Knochen aufgebaut haben. Introckenen Knochenschliffen waren diese Hohlräume mit Luft gefüllt.Im auffallenden Lichte wurde also an den Stellen, wo sich diese Knochen-körperchen befanden, weil das Licht hier aus einem stark brechendenMedium, aus der Knochensubstanz, in ein schwach brechendes Medium,in Luft übergehen sollte, viel Licht zurückgeworfen und wegen derhöchst unregelmässigen Gestalt der kleinen Höhlen unregelmässig zerstreut.Von diesem Lichte gelangte ein guter Theil in das Mikroskop, währendvon den übrigen Stellen des KnochenschlifFes, da die Oberfläche polirtwar, das Licht so reflectirt wurde, dass gar nichts davon ins Mikroskopgelangte. Das war der Grund, warum diese Knochensehliffe im auf-fallenden Lichte dunkel waren und die Knochenkörperchen sich als hellePunkte auszeichneten. Im durchfallenden Liohtc war das Umgekehrteder Fall. Durch die homogene Zwischensubstanz ging das Licht einfachhindurch, dagegen wurde an den Knochenkörperchen eine grosse Mengedesselben reflectirt und nach rückwärts unregelmässig zerstreut. DiesesLicht fehlte an den betreffenden Stellen, und deshalb erschienen dieKnochenkörperchen schwärzlich.
Die Knochenkörperchen entsprechen insofern den Bindegewebs-körperchen, als in ihnen ursprünglich die Eeste der Zellen liegen, welcheden Knochen aufgebaut haben. Man sollte eigentlich nicht den Hohl-raum, in dem dieser Eest liegt, sondern diesen liest selbst als dasKnochenkörperchen bezeichnen.
Die Knochenkörperchen findet man concentrisch gelagert um Kanäle,deren Querschnitte in Querschnitten langer Knochen, und deren Längs-schnitte in Längsschnitten langer Knochen vorherrschen. Diese Kanäle,sind die Haversischen Kanäle: sie sind Kanäle, in welchen die Gefässeund die Nerven verlaufen, die durch die Foramina nutritia in dieKnochen eindringen.
Der Knochen sollte nach der älteren Vorstellung ganz aus Knorpelhervorgehen. Es war dabei schwer zu begreifen, wie die Textur desKnorpels sich durch einfache Einlagerung von Kalksalzen in die Texturdes Knochens umwandeln sollte. Man erfuhr auch bald, dass die Kalk-salze nicht in den Knochenkörperchen abgelagert werden, sondern dasssie in der Zwischensubstanz abgelagert werden, und dass der normaledreibasisch phosphorsaure Kalk, welcher mit etwas normaler phosphor-saurer Magnesia, etwas kohlensaurem Kalk und Eluor in noch räthselhafterVerbindung die Verknöcherungsmasse bildet, sich so mit dieser Zwischen-substanz verbindet, dass sie morphologisch, dass sie mittelst des Mikro-skopes nicht von einander unterschieden, sondern nur auf chemischemWege getrennt werden können. Durch chemische Mittel kann man dieKalksalze trennen, einerseits, indem man sie mit Säuren auszieht, sodass man die organische Grundlage des Knochens zurückbehält, anderer-seits, indem man den Knochen mit Alkalien kocht, "auf diese Weisedie organische Grundlage nach und nach zerstört und nun ein weisses,erdiges Gerippe des Knochens zurückbehält, die Kalksalzc ohne dieorganische Grundlage des Knochens.