Die Knochen.
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Spätere Untersuchungen haben aber auch gezeigt, dass von demSkelete des ausgewachsenen Menschen nur ein verschwindend kleinerBruchtheil noch aus Knochen besteht, der aus Knorpel verknöchert ist,dass aller anderer Knochen durch Verknöcherung einer leimgebenden,einer dem Bindegewebe verwandten Grundlage entstanden ist, und dar-aus erklärt es sich, dass die organische Grundlage der Knochen, wenn siezerkocht wird, kein Chondrin, sondern Leim gibt. Die ersten Nach-richten über diesen complicirteren Process der Knocbenbildung und desKnochen wachsthums sind, so viel mir bekannt, in Dr. Qua in's Anatomie,herausgegeben von Sharpey, enthalten. Er ist dann später von HeinrichMüller und anderen deutschen Anatomen genau und ausführlich ver-folgt worden.
Nehmen wir als Beispiel den Ent wickelungsgang eines BöJirenknochcns,weil von da aus die Bildung der übrigen Knochen leicht zu verstehen ist.Da, wo ein Röhrenknochen entstehen soll, ist zuerst eine kleine längliche,knorpelige Anlage vorhanden, die im Allgemeinen die Gestalt des späterenKnochens hat. In dem mittleren Theile dieser knorpeligen Grundlagelagern sich Kalksalze ab, es entsteht in der Mitte ein Verknöcherungs-punkt. Dieser ist die Anlage der späteren Diaphyse. Der Knochen wächstnoch weiter an seinen Enden, während die Verknöcherung auch nachbeiden Seiten vorrückt, aber nach aussen von dem verknöcherten Stückder Diaphyse bildet sich nun kein Knorpel mehr, sondern dieses Stückist von dem früheren Perichondrium umschlossen, das jetzt, wo es aufdem Knochen aufliegt, den Namen des Periosts erhält. Zwischen diesemund dem Knochen bilden sich fortwährend junge Zellen, die jungen Zellendes Bindegewebes ganz ähnlich sind, sich aber nicht in faseriges Binde-gewebe umbilden, sondern nur spindelförmig oder keilförmig auswachsenund Fortsätze treiben. Zwischen diesen, oder richtiger in ihrer eigenen sichmetamorphosirenden Substanz lagert sich Knochenerde ab, so dass siedurch sich bildende Knochenmasse in ähnlicher Weise von einander ge-trennt werden, wie die ursprünglichen Knorpelzellen durch die wachsendeZwischensubstanz des Knorpels immer weiter von einander getrenntwurden. Hiedurch entsteht also eine Knochensubstanz, welche nicht, wiedie ursprüngliche aus dem Knorpel verknöcherte, rundliche Hohlräumeenthält, in welchen die Zellen liegen, die ursprünglich den Knorpel auf-gebaut hatten, sondern es entsteht jetzt eine Knochensubstanz, in welcherspindelförmige, sehr unregelmässig gestaltete Räume enthalten sind, indenen nun die Zellen oder vielmehr die Reste solcher Zellen liegen, wiesie jetzt an dem Aufbau des Knochens arbeiten. Diese Zellen be-kommen, wie gesagt, auch Fortsätze, und auf diese Weise entstehen diezahlreichen kleinen hohlen Fortsätze, welche von den Knochenkörperchenausgehen, und die man früher fälschlich mit dem Namen der Kalkkanäl-chen der Knochen bezeichnet hat. Es scheint indess, als ob ein grosserTheil dieser hohlen Fortsätze sich erst später entwickelte, und vielleichtberuht ihre Bildung auf Corrosion einer schon gebildeten Knochensub-stanz. Getrocknete Knochenschliffo zeigen ausserdem Sprünge und De-hiscenzen, die im Leben gar nicht vorhanden sind.
Während auf diese Weise der Knochen in der Diaphyse in die Dickewächst und an den Enden durch Zunahme der Knorpelmasse in die Länge,beginnt im Innern desselben ein Schwund. In dem Axentheile degeneriren
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