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Entwickclung der Haare.
Die Haare.
Das Haar besteht aus dreierlei Substanzen. Am Haarschaft unter-scheidet man erstens eine äusserliche Schicht von dünnen, plattenartigenZellen, die mit ihren Bändern dachziegclförmig übereinander liegen unddie Cuticula des Haares bilden. Wenn man das Haar mit Schwefelsäurebetupft, so löst sich diese Cuticula in Lappen von der Oberfläche desHaares ab. Darunter liegt die Substantia propria. Sie besteht aus Zellen,die nach beiden Enden spitz zulaufen, aus Spindeln, welche sich gegeneinander abgeplattet haben und dadurch kantig geworden sind. Sie bildenbei Weitem die Hauptmasse des ganzen Haares. Nur in der Mitte liegt
noch die sogenannte Marksubstanz.
Fig. 101.
Diese besteht aus unrcgelmässig ge-
stalteten Zellen, welche von derHaarzwiebel aus, dem untersten,verdickten Theile des Haares, denwir bald besprechen werden, nachoben vorgeschoben worden sind. DagMark des Haares geht aber keines-wegs immer continuirlich durch dasganze Haar hindurch, sondern eslässt nicht selten bedeutende Lückenzwischen sich, so dass es nur stellen-weise und mit Unterbrechungen imInnern des Haares abgelagert ist,und fehlt in vielen Fällen ganz.Nach unten zu verdickt sich dasHaar und geht in die Haarzwiebi iüber. Diese steckt mit einem Theiledes Haares im Haarbalge und ist auf der Haarpapille, der Papilla pili,befestigt.
Der Haarbalg ist als eine Ausstülpung der Cutis in das subcutaneBindegewebe zu betrachten. Manchmal ragen auch, wie be,i den Bart-haaren am Kinn, die Wurzeln der Haare bis zwischen die einzelnenMuskelbündel hinein. Diese bindegewebige Ausstülpung geht nach untenin das subcutane Bindegewebe über, und Dr. Wertheim hat darauf auf-merksam gemacht, dass immer zu dem Grunde des Haarbalges ein eigenerBindegewebsstrang, wie ein Stiel, hingeht. Auf die bindegewebige Schichtdes Haarbalges, in der zugleich die Gefässe desselben enthalten sind,folgt nach innen zu eine eigenthümliche Faserschicht. Die Fasern sindder Quere nach ringförmig angeordnet und haben sehr stark verlängerteKerne, ähnlich lange Kerne, wie sie die glatten Muskelfasern besiizen.Man kennt aber an diesen Fasern bis jetzt keine Contractionserschei-nungeu. Auf diese Kingfaserschicht des Haarbalges folgt die sogenannteGlashaut, eine dünne Haut, an der man keine eigentliche Structur er-kennen kann, an der man nur mehrfach in spitzen Winkeln sich durch-kreuzende quere Linien sieht. Ein Querschnitt durch den Haarbalg(Figur 101) zeigt dieselbe in a. Diese Glashaut grenzt den eigentlichenHaarbalg gegen die sogenannten Wurzelscbeiden des Haares ab. Wurzel-