Entwicklung der Nägel.
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nehmen. Das Lösen der Epidermis beim Abbrühen entsteht dadurch, dassman die unteren succulenten Schichten des Rete Malpighii ganz mürbe undzerreisslich macht, so dass die feste Epidermis sich von der unterliegen-den g,efässreichen Cutis loslöst. Man sieht dann, dass der Nagel nichtauf der Cutis als solcher, sondern auf einer Epidermisschicht aufliegt.
Der Nagel selbst besteht aus Epidermiszellen. Man erkennt daszwar nicht, wenn man einfach Durchschnitte macht und sie unter dasMikroskop legt: man sieht es aber wohl, wenn man diese Durchschnittevorher in kohlensaurem Natron oder Kali macerirt hat. Dann quellendie verhornten Zellen wieder auf, und es zeigt sich aufs Deutlichste dieZusammensetzung des ganzen Nagels aus Epidermiszellen. Der Nagelist eingelassen in eine Epidermisfalte, in den sogenannten Nagelfalz, undwenn man diesen zurückschiebt, oft auch schon, ohne dass man diesIhut, sieht man eine halbmondförmige weissliche Stelle. Diese Stelleist die sogenannte Lunula, die Stelle, an der die neuen Nagelzellen ent-stehen, und von der aus der Nagel wächst. Der Nagel hat kein inter-stitielles "VVachsthum, er wächst durch Apposition an seinem hinterenEnde. Wenn man zwei Feilstriche in den Nagel macht und deren Ent-fernung von Zeit zu Zeit misst, so findet man, dass sie immer dieselbebleibt, dass aber beide Feilstriche immer nach vorn rücken. Der Nagelmuss deshalb auf dem Nagelbette fortrutschen, und das thut er auch.Er hat dabei in der Structur des Nagelbettes eine eigenthümliche Lei-tung und Führung, indem das Nagelbett der Länge nach gerifft ist, sodass hiedurch dem Nagel bei seinem Vorrücken immer eine bestimmteRichtung vorgeschrieben ist. Diese Riffe erstrecken sich auch auf diedarunterliegende Cutis, und in dieselben gehen Capillargefässe hinein.Indem der Nagel nun auf dem Nagelbette fortrutscht, bring! er von denEpidermiszellen, die zunächst unter ihm liegen (denn er selbst ist javon der Cutis durch eine Lage von Epidermiszellen getrennt), einePortion mit nach vorn. In der Regel geheii diese beim Waschen undReinigen mit fort, so dass man nichts von ihnen bemerkt, aber anSpitalsleichen hat man nicht selten Gelegenheit, zu sehen, dass sich be-deutende Massen unter den Fussnägoln angesammelt haben, die, wennman sie näher untersucht, sich als aus lauter Epidermiszellen bestehenderweisen.
Wir kürzen bekanntlich unsere Nägel, wir schneiden sie ab. Wennsie nicht gekürzt werden, so erlangen sie eine bedeutende Länge undwachsen zu einer förmlichen Kralle aus. In Berlin befinden sich auf demanatomischen Museum ein Paar Finger von einem malayischen Häuptlinge,die von Schönlein an das Museum geschenkt worden sind. An diesensind diese Krallen zu sehen. Die Malayenhäuptlinge, um zu zeigen, dasssie nicht zu arbeiten brauchen, lassen ihre Nägel wachsen und schützensie sogar durch Futterale. Die Nägel sind in doppelter Weise gekrümmt,erstens im Querdurchmesser, wie man dies ja auch, wenn auch schwächer,an jedem geschnittenen Nagel sieht, und zweitens im Längsdurchmessernach abwärts. Sie stellen also umgekehrte, nach dem Lauf gekrümmteRinnen dar.
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