334
Entwickeln!!» der Gewebe.
Entwickelung der Gewebe (Histogenesis).
Die HorugeMlde.
Die Oberhaut.
Wir machen den Anfang mit den Hörngebilden, mit den Productendes Hornblattes. Aus dem Hornblatte geht zunächst die Oberhaut hervor.Diese besteht, wie Sie wissen, aus Zellen, die in ihrer untersten Schichtehöher sind als breit, auf die dann mehrere Lagen von polyedrisehen Zellenund nach oben- zu mehr abgeplattete Zellen folgen, die dann endlich soweit abgeplattet sind, dass sie dünne Lamellen darstellen, dicht an ein-ander kleben, und die Korne undeutlich werden. Das ist dann die eigent-liche Hornschicht der Oberhaut, während man die tiefer liegenden suc-culenten Schichten als Eete mueosum Malpighii bezeichnet. Es ist bekannt,dass sie sich immer aus der Tiefe regenerirt. Einzelne haben sogar inneuerer Zeit angenommen, dass die untersten Zellen der Oberhaut ausdem darunter liegenden Bindegewebe hervorwachsen können. Es scheintdas aber nicht so zu sein, es scheint, dass die Horngebilde sich immernur regeneriren aus Keimen, die ihrer eigenen Art angehören. Es sprichtdafür erstens die Entwickelung aller Epidermoidalgebilde aus dem Remak-schen Hornblatte beim Embryo, und zweitens sprechen dafür auch die Ver-suche, welche in neuerer Zeit mit dem sogenannten Pfropfen oder Oculirender Epidermis gemacht worden sind. Man war bei Wunden, welche ver-narben, immer im Zweifel, ob der Vernarbungsprocess blos erfolgt vonden W T undrändern aus, indem von da aus die Zellen des Hornblattes ge-wissermasseu auf die Wundfläche hinüberkricchen, oder dadurch, dass ausder Tiefe Keime für neue Horngebilde nachrücken. Zu dieser letzterenAnsicht gaben die sogenannten Inseln Veranlassung, die mit Epidermisüberzogenen Flecke in der Mitte einer grösseren Wundfläche. Es schein!aber doch, dass sie stets, wenn auch schmale, Verbindungen gegen dieEpidermis haben, dass es Strassen gibt, wo die Epidermiszellen vomllande gegen die Mitte vorrücken, und dass sie nur an den Stellen, diewir als Inseln erkennen, eine grössere Ausbreitung gewonnen haben.Diese Ansicht hat eine Stütze erhalten durch die Erfahrung, dass mauden Vernarbungsprocess sehr beschleunigen kann, indem man auf dieMitte der Wundfläche ein ganz dünn abgeschnittenes Stück von Epider-mis, an dem sich noch das lebende Bete Malpighii befindet, aufpflanzt:es befestigt sich, und von ihm geht durch Zellenbildung die weitereVernarbung aus. Die Franzosen bezeichnen ein so aufgepflanztes Epider-misstück als Greffe epidermique, indem sie den Process mit dem Pfropfenoder Oculiren der Bäume vergleichen.
Die Näo-el.
Zu den Epidermoidalgebilden gehören auch die Nägel. Man kann,wenn man den Finger einer Leiche in siedendes Wasser steckt, wennman ihn abbrüht, die ganze Epidermis und mit ihr den Nagel herunter-