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2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Das Kiiirl nach der Geburt,

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in dem Gefässe hinaufreicht, so weit eben keine Circulation durch dasGefäss mehr stattfindet.

Eine ähnliche Contraction findet offenbar in den Nabelarterien statt.Es zeigt sich dies in dem gänzlichen Aufhören der Circulation durch denNabelstrang. Wenn man das Kind zwischen die Schenkel der Mutterlegt, während die Placenta noch im Uterus ist, und man fühlt von Zeitzu Zeit die Nabelschnur an, so wird man bemerken, dass sie schwächerund schwächer klopft und endlich zu klopfen aufhört. Wenn man siejetzt durchschneidet, so spritzt niebt etwa das Blut heraus, sondern esfiiessen nur wenige Tropfen Blutes heraus, und man kann sie mit allerMüsse unterbinden. Ja man kann sie sogar in der Mehrzahl der Fälleununterbunden lassen, ohne dass das Kind sich verblutet. Es ist das einExperiment, das nicht einmal, sondern oftmals und öfter gemacht wordenist, als es gut war. Unter einem Theile der Geburtshelfer hatte sicheinmal die Vorstellung gebildet, dass die Unterbindung der Nabelschnurallerhand Nachkrankheiten zur Folge habe. Sie sei etwas Unnatürliches,denn das Vieh unterbinde die Nabelschnur nicht, sondern beisse sie nurdurch. Es wurde also thatsächlich in einer Eeihe von Fällen die Nabel-schnur nicht unterbunden, sondern mau wartete, bis sie aufgehört hattezu klopfen, und dann durchschnitt man sie. In der Mehrzahl der Fälletrat hiebei durchaus keine irgendwie nennenswerthe Blutung ein, dannaber passirten einige Unglücksfälle; es hatte sich eben die Muskulaturder Nabelschnur noch nicht hinreichend zusammengezogen, oder die Zu-sammenzichung hatte nicht angehalten, es verbluteten sich ein paarKinder, und seitdem wurde die Nabelschnur nach wie vor unterbunden.Die Contraction ist in ihren Folgen auch noch an Leichen junger Kindernachweisbar. Das Blutgerinnsel in der Arterie ist fadenförmig verdünntoder vollständig unterbrochen. Nur ausnahmsweise setzt es sich mitweniger verringertem Querschnitt vom intraabdominellen Theile des Ge-fässes in den Nabelstrang fort. Wir haben schon, als wir vom Bau derArterien im Allgemeinen sprachen, gesehen, wie die Nabclarterien durchihren Bau mehr als andere Schlagadern für den Selbstverschluss ge-eignet sind. Namentlich sind es der Mangel der elastischen Intima unddie nach innen von den Bingfasern liegenden Längsfasern, die ihnenhierbei zu statten kommen. Letztere werden unter dem Druck derBingfasern einseitig zusammengedrängt, so dass der Querschnitt desLumens erst halbniond-, dann neumondförmig wird und endlich alslineares Bogenslück gänzlich verschwindet. Strawinski hat diesen Vor-gang durch Untersuchungen an Leichen klargelegt und durch Abbildungenerläutert.

Auf diese Weise ist derjenige Zustand hergestellt, wie er demExtrauterinleben gemäss ist, und hat auch die Circulation diejenigeGestalt angenommen, welche von nun an bleibt. Das Foramen ovaleschliesst sich theils, theils bleibt es lange Zeit, oft das ganze Lebenhindurch offen, ohne dass dadurch nothwendig bedeutende Störungen inder Circulation eintreten, weil eben das Blut aus den beiden Vorhöfendoch immer mit Leichtigkeit gegen den Ort des kleinsten Widerstandes,gegen den entsprechenden Ventrikel zu fällt.

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