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2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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die nun einzeln fortwachsen. So entstehen palmenartige Gebilde, wie sieFigur 7 7 und Figur 78 von der Hatte nach Zeichnungen von Neumannzeigen. Zwischen denselben liegt die zweite Art von Zellen, sphäroidischeZellen, Figur 78 aa, welche, in eine weiche Masse eingebettet, die ganzenZwischenräume zwischen den ersten ausfüllen. In den oben erwähntenLappen nun bilden sich die Spermatozoiden. Zuerst sieht man den Kör-per, wie in Figur 7 7, dann auch den Schweif, wie in Figur 78. Einweiteres Entwickelungsstadhvm zeigl Figur 79 und endlich Figur 80, dasfertige, von der Mutterzclle abgefallene Spermatozoid.

Sertoli gibt dagegen an, dass die Spermatozoiden aus den Rund-zellen iles Kodons entstehen, die zwischen den Stielen dieser Zellen liegen(Figur 78 aa). Klein vereinigt beide Befunde dahin, dass die Ruudzellonwährend der Bildung der Spcrmatozoidcn centrifugale Fortsätze treiben,die letzteren mit einander vorschmelzen und so den Stiel der Ebner'schenZelle bilden.

Die ausgebildeten und freigewordenen Spermatozoiden rücken inden Samencanälchen fort, bis sie in die Ductuli efferentes kommen. Indiesen ändert sich das Epithel, es wird hier in ein Flimmorepithel um-gewandelt. Nun werden die Spcrmatozoidcn von den Flimmern erfasst,deren Bewegung, wie schon der Entdecker dieses Flimnierepithels, OttoBecker, wusste, von dem Hoden gegen das Vas deferens hin gerichtet

ist. Durch die Flimmerbewegung werdensie also in den Coni vasculosi fort getriebenbis in den Canal des Nebenhodens hin.Am Anfange des Canals des Nebenhodensund sicher bis zur Mitte hin befindet sichein Flinrmerepithcl, das noch viel grösserist als das in den Coni vasculosi und inden Ductuli efferentes. Das in den Conivasculosi und den Ductuli efferentes istdem ähnlich, das sich auf der Respirations-schlcimhaut und in der Nase befindet, diesesaber besteht aus viel höheren Zellen, derenKern im unteren Dritttheil liegt und dieCilien haben, welche nicht einfach wieGerten auf- und abwärts schwingen, son-dern sehr lang sind und wellenförmige Be-wegungen machen. Von diesem Flimmer-epithel werden die Spermatozoiden weiterfortgetrieben. Wie weit dasselbe beim Menschen reicht, ist nicht mitSicherheit bekannt, bei Säugethieren hat es Becker schon bis in das A r asdeferens verfolgt.

Fie. so.

Auf diese Weise gelangen die Spermatozoiden in das Vas deferensund in die Samenblasen hinein und können, nachdem sie in den weib-lichen Organismus hineingebracht sind und freie Bewegung in der Flüssig-keit bekommen haben, die Befruchtung vornehmen.