Befruchtung.
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Die Befruchtung.
Es tragt sich nun: auf welche Weise geschieht, denn die Befruch-tung? Ursprünglich hatte man die Idee, dass ein flüchtiger Körper vondem Samen ausgehe, die sogenannte Aura seminalis, und dass dieser dieEier befruchte. Diese Ansicht war aber schon durch Versuche von Spal-lanzani erschüttert, indem dieser Befruchtung mit sehr verdünntem Samenvornahm, aber es immer nothwcndig fand, den Samen in unmittelbareBerührung mit den Eiern zu bringen. Später haben Trcvost und DumasVersuche über diesen Gegenstand angestellt und gezeigt, dass nicht nurkein flüchtiger Körper vom Samen ausgeht, der befruchten kann, sonderndass auch die Samenflüssigkeit nicht im Stande ist zu befruchten, dass esdie Spermatozoidcn sind, welche zu dem Ei gelangen müssen. Sic filtrirtenmit Wasser verdünnten Froschsamen und fanden, dass derselbe schlechterbefruchte als nicht flltrirtcr, und je öfter sie ihn filtrirten, um so mehrnahm sein Betrachtungsvermögen ab, begreiflicherweise, weil zwar einigeSpermatozoidcn immer durch das Filter hindurchschlüpften, aber beimwiederholten Filtriren immer ein neuer Theil derselben auf dem Filtrumzurüekblieb.
Die Beweglichkeit der Spermatozoiden ist nothwendig zur Befruch-tung. Man hat keine Befruchtung erzielt durch Spermatozoiden, welchedieselbe bereits verloren hatten. Andererseits scheinen aber nicht alleSpermatozoiden, die noch beweglich sind, im Stande zu sein, zu be-fruchten. Schenk hat Samen frieren lassen, hat ihn dann wieder auf-gethaut und die Spermatozoiden durch eine Temperatur von 30°—40"wieder zur Bewegung gebracht; es ist aber nicht gelungen, mit diesemSinnen noch Befruchtung zu bewirken.
Wie geht nun die Befruchtung vor sich? Worin besteht der Actder Befruchtung? Eine lange Zeit hatte man die Spermatozoiden immermir an der Oberfläche des Eies gesehen. Ein englischer Beobachter,Barry, gab freilich schon vor 40 Jahren an, er habe im Innern desKanincheneies Spermatozoiden gesehen, aber es hat ihm Niemand geglaubt:er hatte sich in einem andern Punkte getäuscht, und deshalb hat mandieser Angabe keine weitere Aufmerksamkeit geschenkt. Dann gab New-port an, er habe Spermatozoiden in die Eier der Frösche eindringengesehen, und Keber gab an, dass er Spermatozoiden in die Eier vonMuscheln eindringen sah, und zwar durch eine eigene trichterförmigeOeffnung, die er mit dem Namen der Mikropyle belegte. Zugleich gab erauch an, er habe sie im Innern des Kanincheneies gesehen. Diesem tratBischoff entgegen und wies nach, dass das, was Keber vor sich gehabthatte, kein wahres Kaninchenei gewesen sei, und er bezweifelte deshalbdamals auch die Angaben von Keber über die Mollusken. In einerspäteren Abhandlung hat er aber diese Angabe von Keber bestätigt undauch in ein wahres Kaninchenei die Spermatozoiden verfolgen können.Seitdem ist bei einer grossen Anzahl von Thieren verschiedener Ordnungenund Gattungen das Eindringen der Spermatozoidcn verfolgt worden, undman hat heutzutage keinen Zweifel mehr darüber, dass dies für die Be-fruchtung unerlässlich sei. Auch über das weitere Schicksal der Sperma-tozoiden scheinen neuere Untersuchungen Aufschluss gegeben zu haben.