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2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Menstruation.

Brunst. Man hat das Abfallen der Eier constatirt, indem man Hündinnen,sowie die ersten Zeichen der Brunst eintraten, absperrte, sie hernachtödtete und die Eier im Eileiter und Uterus aufsuchte. Man hat auchGelegenheit gefunden, die Eier beim Menschen nachzuweisen. Man hatbei Mädchen, bei denen das Hymen erhalten war, und die eines plötz-lichen Todes kurze Zeit nach der Menstruation gestorben waren, Eiertheils in der Tuba, theils im Uterus nachweisen können. So ist es auchfür die Menschen ausser Zweifel gestellt, dass das Abfallen der Eiernicht mit dem Coitus zusammenhangt, sondern wie bei den Thierenperiodisch erfolgt. Es erfolgt hier zur Zeit der Menstruation. Dieseletztere Angabe, die in den vierziger und fünfziger Jahren dieses Jahr-hunderts von mehreren »Seiten und, wie es seheint, auf Grund guter Be-obachtungen gemacht wurde, hat in neuerer Zeit zahlreiche Gegnergefunden. Die gegen sie angeführten Beobachtungen scheinen mir aberkein schlagendes Argument zu liefern. Man stützt sich darauf, dass beiFrauen, die bald nach der Menstruation starben, oft an den Eierstöckenkein frisches Corpus luteum, also keine Spur, dass vor Kurzem ein Eiausgetreten, vorgefunden wurde, was jedenfalls nur beweist, dass nichtnothwendig bei jeder Menstrualblutung auch ein Ei abfallt, aber nichtbeweist, dass die Eier nicht, wenn sie abfallen, zur Zeit der Menstrual-blutung abgefallen. Ferner stützt man sieh darauf, dass Frauen, denenbeide Eierstöcke ausgeschnitten waren, noch eine Zeit lang in regelmässigerPeriode Blut verloren. Dies beweist, dass das Abfallen der Eier nichtdie Ursache der Blutung ist, wenigstens nicht die einzige, aber es beweistwieder nicht, dass die Eier, welche abfallen, nicht zur Zeit der periodischenBlutung abfallen. Endlieh stützt man sich darauf, dass Frauen schwangergeworden sind, welche nach einer Entbindung und während des Säugensnoch nicht wieder menstruirt waren, oder solche, die aus irgend einemandern Grunde in den letzten vier Wochen oder länger vor dem Beischlafenicht menstruirt waren, oder Mädchen, bei denen die Menstruation über-haupt noch nicht eingetreten war; aber dies kann wieder nur beweisen,dass das Abfallen der Eier beim Menschen nicht nothwendig mit einerBlutung verbunden ist, wie es ja bei den Säugethieren in der Kegel ohneeine solche vor sich geht. Alle diese "Wahrnehmungen vermögen nichtsgegen den durch anderweitige Beobachtungen gestützten Lehrsatz, dassbei Weibern, bei denen regelmässig alle vier Wochen Blutungen stattfinden,die Eier, welche abfallen, abfallen zur Zeit eben dieser Blutungen.

Menstruation.

Das Eintreten der Menstruation fällt bekanntlich mit der Zeit, inwelcher die Mädchen fruchtbar werden, zusammen. Die Menstruationleitet sich ein dadurch, dass etwas Schleim aus dem Os uteri und ausder Scheide ausfiiesst. Der Schleim wird röthlich, und es tritt dann eineimmer grössere Menge von Blut aus. Das dauert einige Tage, bei man-chen Frauen bis 8 Tage, dann wird der Ausfluss wieder geringer undhört endlich ganz auf. Die Menge des Blutes, welche dabei ausgesondertwird, ist verschieden, sie wird angegeben auf 200 Gramm, sie steigt abernach Long et auch auf 300, ja auf 500 Gramm, also ein Zollpfund. DasMenstrualblut ist an und für sich von dem gewöhnlichen Blute nicht ver-