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Urzeugung.
oder die man vorher so weit erhitzt hat, als es das zuführende Glas-rohr, wozu man ein enges Rohr aus schwer schmelzbarem böhmischenGlase wählt, erträgt, ohne weich zu werden ; dann entstehen in derFlüssigkeit keine Organismen, es entsteht keine Schimmelbildung, keineGährung und auch keine Fäulniss im gewöhnlichen Sinne des "Wortes,weil deren Erscheinungen wesentlich unter der Mitwirkung niedererOrganismen zu Stande kommen.
In neuerer Zeit hat man ein noch viel einfacheres Mittel, dieatmosphärische Luft zu reinigen, ein Mittel, das sich, wenn auch nichtimmer, so doch häufig wirksam erweist. Man braucht eine Flasche,in der man z. B. eingesottenes Obst aufbewahrt, gar nicht hermetischzu verschliessen, wenn sie nur einen hinreichend langen Hals hat,welchen man mit loser Baumwolle vollstopfen kann, so ist diese loseBaumwolle, obwohl sie die atmosphärische Luft nicht abhält, doch einSchutzmittel gegen die Schimmelbildung. Die Sporen des Schimmels, diesonst auf das Obst gefallen wären, bleiben jetzt an den Fasern derBaumwolle hängen.
Zu jener Zeit, als die erwähnten Versuche gemacht wurden, in denJahren 1836 und 1837, wurde auch die richtige Theorie der Alkohol-gährung aufgestellt, die Theorie, welche aussagt, dass der Zucker unterdem directen Einflüsse der kleinen lebenden Organismen zerfalle, welchewir mit dem Namen der Gährungspilze, Torula cerevisiae, bezeichnen.Cagniard-Latour und bald darauf und unabhängig von ihm Th.Schwann hatten den Vegetationsprocess derselben während der Gährungmit Hilfe des Mikroskops direct beobachtet. Mein verstorbener LehrerEilhard Mitscherlieh ist damals von einem berühmten Fachgenossenverspottet worden, weil er die Theorie vertheidigte, welche heutzutageallgemein angenommen ist und seltsamer Weise in manchen Kreisen alseine Errungenschaft der neuesten Zeit angesehen wird.
Es bleibt nun noch eine Beihe von Thatsachen übrig, die für dieGeneratio spontanea in Anspruch genommen wurden, von denen es sichaber auch gezeigt hat, dass sie in ganz anderer Weise zu erklären sind.Man hatte zunächst gefunden, dass sich Thiere und Pflanzen mitunter inGegenden entwickeln, in denen sie früher gar nicht gefunden worden sind,so dass man auf den ersten Anblick nicht recht begriff, woher denn dieKeime gekommen sein sollten, aus denen sich diese Thiere oder Pflanzenentwickelten. Es versumpfte z. B. eine Gegend, die früher trocken ge-legen hatte, und wo meilenweit keine Sumpfpflanzen zu finden waren,und mit der Versumpfung stellte sich auch eine ganze Flora von Sumpf-pflanzen ein. Eine chlornatriunihaltige Quelle wurde zu Tage gefördert,und um die Salzquelle herum zeigten sich nach einiger Zeit solchePflanzen, welche auf einem chlornatriumhaltigen Boden zu gedeihen pflegen,sogenannte Natronpflanzen, die früher in der ganzen Gegend nicht zufinden wai'en. Offenbar hat es sich aber hier nicht um eine Generatiospontanea gehandelt, sondern nur darum, dass Keime dahin vertragenworden sind, die auch früher dahin vertragen wurden, und von denenmanche vielleicht lange an Ort und Stelle gelegen hatten, für welcheaber die günstigen Bedingungen zur Entwickelung fehlten. Wir wissen.dass die Samen mancher Pflanzen ihre Lebensfähigkeit viele Jahre langbewahren können, und dass es dann nur der günstigen Bedingungen für