Urzeugung;.
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Da war es in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts namentlichEhrenberg, der durch seine ausgedehnten Untersuchungen über die In-fusorien die Entstehung derselben auf dem "Wege der Urzeugung in wirk-samer Weise bekämpfte. Er konnte aber immer nur zeigen, dass die Gene-ratio aequivoca auch für die Infusion höchst unwahrscheinlich sei. Der^"^experimentelle Beweis, dass sie auch für die niedrigsten Organismen nichtexistire, wurde erst später, und zwar am Ende der dreissiger und amAnfange der vierziger Jahre geliefert von Schwann, von Schultze undvon Helmholtz.
Man wusste seit längerer Zeit, dass man die Gährung, bei der sichbekanntlich ein mikroskopischer Pilz entwickelt, durch hermetischen Ver-schluss hindern könne, dass man sie auch hintanhalten könne durchkleine Mengen von Substanzen, welche dem organischen Leben feindlichsind, so z. B. durch kleine Mengen schwefeliger Säure. Darauf beruht dasSchwefeln des Mostes und der Weinfässer, das ja seit langer Zeit geübtwurde. Man wusste ferner, dass man die Schimmclbildung durch her-metischen Verschluss hindern kann. Darauf beruht das Einsieden desDunstobstes. Es wird das Obst zu diesem Zwecke in Gläser hineingelegt,die mit einer Thierblase' oder jetzt mit Pergamentpapier verschlossenwerden. Dann werden diese längere Zeit auf 100° erhitzt, so dass dieganze Flüssigkeit im Innern die Temperatur von 100° annimmt. Dannnimmt man sie heraus und lässt sie, ohne sie zu öffnen, stehen. DerProccss, der hier vorgegangen ist, ist uns jetzt ganz klar. Wir wissen,dass die Keime des Organischen darin zerstört worden sind, und dasseben der hermetische Verschluss gehindert hat, dass neue Keime hinein-kamen und dass deswegen keine Schimmclbildung eintritt.
Alle diese Wahrnehmungen mussten also zu der Idee führen, dasses die Keime des Organischen seien, welche die Sehimmelbildung und dieGährung einleiten, und dass eben die Keime des Organiseben von aussenhineinkommen, dass sie nicht durch Generatio aequivoca in den Substanzenentstehen.
In der That überzeugte Milne Edwards sich, dass, wenn mandie Aufgüsse, in welchen die Infusorien in Masse entstanden, in einemGlasgefässe auf 100° längere Zeit erhitzte und das Glasgefäss zuschmolz,dann auch die Infusorien sich nicht bildeten. Die Parteigänger der Ge-neratio aequivoca machten aber geltend, dass man hier den Organismenja die Lebensbedingungen abschneide: man könne nicht erwarten, dasssich mikroskopische Thiere oder Pflanzen entwickeln sollten, wenn manihnen den Sauerstoff der atmosphärischen Luft vorenthalte. Um diesemEinwände zu begegnen, wurden nach einander von Schwann, vonSchultze und von Helmholtz Versuche angestellt, bei welchen atmo-sphärische Luft reichlich zugeführt wurde, bei denen aber die Keimedes Organischen in der atmosphärischen Luft vorher zerstört waren.Denken Sie sich eine Elaschc oder einen Kolben, in welchem sich die Flüssig-keit befindet, welche der Fäulniss oder der Gährung unterliegen soll,denken Sie sich, dieselbe sei zum Sieden erhitzt, um die Keime desOrganischen in ihr zu zerstören, und von da ab werde ihr zwar dieLuftzufuhr nicht abgeschnitten, aber es werde ihr nur solche Luft zu-geführt, die entweder vorher in ganz kleinen Blasen durch concentrirteSchwefelsäure gegangen und dann wieder mit Wasser gewaschen ist,